Marktreporting KW 38

Sehr geehrter Anleger:innen,

anbei erhalten Sie unser sonntägliches Marktreporting.

Wir hoffen, Ihnen einen breiten Überblick über das Weltgeschehen geben zu können und wünschen einen angenehmen Sonntag verbunden mit einem guten Start in die nächste Woche.

Verzinsliche Grüße

Ihre FIMILIA
Die Woche im Überblick

Deutschland

Deutschland: Geschäftsklimaindex der Selbstständigen bricht ein4
Der vom IFO-Institut berechnete Geschäftsklimaindex sank im letzten Berichtsmonat August den fünften Monat in Folge. Per Berichtsmonat August kam es zu einem Rückgang von zuvor -16,4 auf -19,9 Punkte. Das IFO-Institut bezeichnete die Lage als „angespannt“.

Deutschland: Wohnungsbaugenehmigungen brechen ein4
Laut Statistischem Bundesamt kam es per Juli zu einem Rückgang der Wohnungsbaugenehmigungen im Jahresvergleich um 31,5%. In den ersten sieben Monaten des Jahres stellte sich ein Minus in Höhe von 27,8% ein. Hintergrund der negativen Entwicklung seien steigende Baukosten und verschlechterte Finanzierungsbedingungen.

Deutschland: China empört wegen Baerbock-Äußerungen4
Chinas Außenministerium hat die Äußerung von Bundesaußenministerin Baerbock bei dem Fox Interview während ihres USA-Besuchs über Staats- und Parteichef Xi Jinping, dass er sein „Diktator“ sei, scharf zurückgewiesen. Diese Äußerung sei absurd und verletze die Würde Chinas auf ernsthafte Weise. Es handele sich um eine „offene politische Provokation“. Auf Nachfrage sagte ein deutscher Regierungssprecher, dass er nicht spekulieren wolle, ob dadurch ein Schaden für Deutschland eingetreten sei.

Bundesregierung plant Netzbetreiber China-Technik zu verbieten5
Die Bundesregierung plant, die Netzbetreiber anzuweisen, chinesische Technik zu entfernen. Da der 5G Ausbau noch nicht abgeschlossen ist, könnte dies weitgehenge Auswirkungen auf die Mobilnetze haben.

Wohnungsgipfel nächsten Montag: Hilfspaket in Aussicht6
Vor dem Wohnungsgipfel am Montag zeichnet sich die Wahrscheinlichkeit eines Hilfspakets wegen der dynamischen Krise (Baugenehmigungen circa -27%) ab. Risiken, dass notwendige Strukturen dieser Branche wegbrechen (auch Verlust der Fachkräfte), die hinsichtlich der Behebung des akuten Wohnungsmangels unverzichtbar sind, werden im Bauministerium erkannt.

Europa

EU-Haushaltsregeln bis Jahresende?3
Die Finanzminister der EU streben eine Einigung über eine Reform der Haushaltsregeln bis zum Jahresende an. Die spanische Finanzministerin Calvino (Spanien hat EURatspräsidentschaft) sagte, eine grobe Einigung solle bis zum nächsten Treffen der EU-Finanzminister im Oktober stehen. 70% der Arbeit seien geleistet. Es gehe um das richtige Gleichgewicht zwischen einem nachhaltigen Schuldenabbau, Spielraum für Investitionen sowie Anreize für Strukturreformen.

EZB Chefin Lagarde setzt klare Signale3
Man werde zum 2% Inflationsziel zurückkehren. Die Zinsen würden solange auf dem restriktiven Niveau gehalten, bis das Ziel erreicht würde. Schwächeres Wachstum bedeute nicht Rezession. Die Regierungen der EU sollten fokussiert Schulden und Defizite abbauen. Es würde weiter datenbasiert entschieden. Zinssenkungen seien kein Thema gewesen.

London: Wende in der Klimapolitik6
Die Regierung wendet sich von der Klimawende ab. Der Klimaschutz dürfe die Bevölkerung nicht überfordern. Die politisch Verantwortlichen seien laut Premier Sunak bezüglich der Kosten und Nachteile nicht ehrlich gewesen. Er werde zeitnah wichtige Entscheidungen über die Pläne des Landes zur Erreichung von Netto-Nullemissionen (bisher 2050) vorlegen. Unterstellt wird seitens BBC, dass unter anderem das Verkaufsverbot von Benzinern auf 2035 verschoben wird

USA

IWF attestiert weiter hohe Zinsen für Europa5
Der IWF ist der Ansicht, dass die EZB es sich nicht leisten kann, die Zinsen im nächsten Jahr zu senken. Wenn die Zentralbank die Inflation bis Ende 2025 wieder auf 2 % bringen will, muss sie die Zinsen in der Warteschleife halten, sagte Alfred Kammer, Leiter der Europaabteilung des Fonds.

US-Senator Mitch McConnel warnt vor Shutdown5
Der prominente US-Senator Mitch McConnell hat seine Parteikollegen im Repräsentantenhaus vor einem „Shutdown“ der Regierungsgeschäfte gewarnt. Die Laufzeit des Ende vergangenen Jahres vom US-Kongress beschlossenen Haushalts endet mit Ablauf September.

Federal Reserve: Zinsen unverändert6
Erwartungsgemäß hat die US-Notenbank den Leitzins unverändert bei 5,375% belassen. Die Prognosen für den voraussichtlichen Leitzins wurden jedoch in der Projektion für ein und zwei Jahre um 0,5% auf 5,1% und 4,6% erhöht. Damit wurde die Erwartung auf Zinssenkungen im zeitnahen Umfeld gekappt.

Asien

Hongkong nutzt niedrige Kurse für Aktienrückkäufe5
Die Unternehmen in Hongkong steigen zu Tiefstkursen in einem der weltweit am schlechtesten abschneidenden Aktienmärkte ein. Laut Hang Seng Indexes werden die Aktienrückkäufe voraussichtlich 92,9 Mrd. HK-Dollar (11,9 Mrd. US-Dollar) erreichen und damit 3,9 Mal so hoch sein wie der vorherige Fünfjahresdurchschnitt von 23,9 Mrd. HK-Dollar. In diesem Jahr haben sie bereits etwa 73,5 Mrd. HK-Dollar erreicht

Bank of Japan hält an Zinspolitik fest7
Die Bank of Japan hält an ihrer Zinspolitik fest. Der Leitzins bleibt bei -0,10%. Ebenso bleibt die Zielgröße für 10-jährige Staatsanleihen bei 0,00% (Referenzband +-50 Basispunkte, maximale Obergrenze 1,00%).


Aserbaidschan und Armenien verenbaren Waffenruhe6
Aserbaidschan und Armenier vereinbaren in Bergkarabach Waffenruhe unter Vermittlung Russlands.

Märkte auf einen Blick

Kapitalmärkte

MärkteAktueller IndexstandVeränderung Vorwoche
DAX15.560,84-0,60 %
EuroStoxx504.206,41-0,17 %
Dow Jones34.070,42-1,66 %
S&P5004.339,45-2,86 %
NASDAQ10014.694,21-3,89 %
Nikkei32.410,72-0,90 %
HangSeng18.102,56+ 0,62 %
MSCI World2.887,19-2,21 %



Rohstoffe

RohstoffBewertungVeränderung VorwocheYTD
Gold1.926,50 $/oz.+0,93 %+ 5,64 %
Silber23,63 $/oz.+ 3,66 %-1,26 %
Brent (Öl)93,34 $/bbl.+ 1,71 %– 8,93 %



Zinsen

GeldmarktZins p. a.
EZB Einlagensatz4,50 %
3-M-Euribor3,90 %
FED-Leitzins5,50 %
Tagesgeldsatz Japan-0,06 %
Tagesgeldsatz UK5,19 %

 

RentenmarktRendite p. a.
5J Bund2,76 %
10J Bund2,68 %
10J US-Treasury4,37 %
10J JGB (Japan)0,71 %
10J Gilts (UK)4,22 %


Währung

Für einen Euro erhalten Sie aktuell 1,069 USD

Kapitalmarktkommentar: Woche der Zinsentscheide7

Märkte: Zinsängste belasten

Die Finanzmärkte sind derzeit von Risikoaversion beherrscht. Zinsängste spielen dabei ein Rolle. Renditen der Staatsanleihen bewegen sich in luftigen Höhen in den USA, die man in den USA seit 2007 nicht mehr gesehen hat.

Daneben belastet das Thema des US-Haushalts.
Im Haushaltsstreit drohen Blockade und „Shutdown“. Die Situation erscheint verfahrener zu sein als bei früheren Auseinandersetzungen. Opposition ergibt sich auch wegen der von der Regierung angestrebten Hilfe für die Ukraine in Höhe von 24 Mrd. USD (Ukraine BIP 2022 161 Mrd. USD).

Auch die Verweigerung der Bank of England als auch der Schweizer Nationalbank, die Zinsen zu erhöhen, konnte den Finanzmärkten nicht Zuversicht einflössen. Der Markt hatte in beiden Fällen eine Zinserhöhung um jeweils 0,25% unterstellt.

Von der Datenfront kommen bestenfalls halbherzige Entspannungssignale (siehe Datenpotpourri). An den Aktienmärkten dominierte sowohl in Europa als auch in den USA die Farbe rot. Sowohl der S&P 500 als auch der Eurostoxx 50 verloren gut 1,7%.
In Fernost setzen der CSI 300 (China) als auch der Hangseng (Hongkong) positive Akzente mit Anstiegen um circa 0,90% (07:25 Uhr).

Die Rentenmärkte bleiben ein Belastungsfaktor für die Aktienmärkte. Die 10 jährige Bundesanleihe rentiert aktuell mit 2,73% (Vortag 2,75% ), während die 10 jährigen US-Staatsanleihen eine Rendite in Höhe von 4,50% (Vortag 4,43% ) abwerfen. Der USD bewegt sich gegenüber dem EUR in engen Bandbreiten im Dunstkreis der schwächsten Kurse seit März 2023.

Die edlen Metalle lieferten in den letzten zwei Tage divergente Signale. Während Gold zunächst an Boden verlor, war Silber bemerkenswert widerstandsfähig. Während Gold im Tagesvergleich in den letzten 24 Stunden geringfügig fiel (-4,70 USD, -0,25%), hat Silber im Tagesvergleich gestern deutlich Boden gewonnen (+0,33 USD, +1,43%).

In den Zeiten, als Märkte noch freier waren, war eine derartige Konstellation (Silber führt an) regelmäßig ein Indiz für nachhaltigere Aufwärtsbewegungen an den Edelmetallmärkten. So weit gehen wir jedoch in diesem Report nicht.

Bundesbanken und Ihre Zinsen

Die EZB kann sich aus Sicht von Bundesbankpräsident Nagel weiterhin nicht zurücklehnen. Er fragte, ob man schon die Hochebene des Leitzinsniveaus erreicht hätte?

Seine Antwort: Das ließe sich noch nicht klar absehen. Noch immer sei die Teuerung zu hoch. Die Inflationsrate ginge im Euroraum nicht im gewünschten Tempo in Richtung 2%. Die Leitzinsen würden ausreichend lange auf einem ausreichend hohen Niveau liegen müssen.

Sekundiert wurden Nagels Sichtweisen von EZB-Ratsmitglied Kazaks (Lettland), den insbesondere die Energiepreise sorgen. Kazak vertritt weitgehend die Position Nagels. Konterkariert wurde Nagels und Kazaks Einlassungen durch den griechischen Notenbankpräsidenten Stournaras. Er warnte nach zehn Zinserhöhungen vor einer zu straffen Geldpolitik.

Die Geldpolitik wirkte bereits stark und dämpfte die Nachfrage erheblich. Der EZB lägen auch das Wachstum und die Beschäftigung am Herzen. Man müsste die Wirtschaft nicht komplett abwürgen. Die Inflation würde in den kommenden Monaten deutlich zurückgehen. Aus seiner Sicht sei die EZB inzwischen auf dem Zinsgipfel angekommen.

Der weiter real negative Zins (Inflation höher als Zinsen) spricht zunächst für die Positionen Nagels und Kazaks. Die Tatsache, dass die Vorlaufindikatoren der Verbraucherpreise Entspannung signalisieren und Zinserhöhungen erst mit mehr als 12 Monaten voll wirken und ein historisch einmaliges Zinserhöhungsstakkato in kürzester Zeit stattfand sind Argumente pro Stournaras.

Die Bank of Japan hält an ihrer Zinspolitik hingegen fest.
Konkret heißt das, dass die Währungshüter sich dafür entschieden haben, an den Zielmarken von -0,1% für die kurzfristigen Zinsen und 0,00% für die Rendite zehnjähriger Staatsanleihen festzuhalten.

Außerdem ließ die BOJ ein Referenzband, in dem sich die Rendite 10-jähriger Anleihen um jeweils 50 Basispunkte nach oben und unten bewegen kann, sowie eine im Juli fest gelegte harte Obergrenze von 1,0% unverändert.

Japan hat aktuell im westlichen Kontext die geringste Inflation und die besten Konjunkturdaten trotz dieser Zinspolitik und trotz der importierten Inflation durch den schwachen JPY.

Das Thema Energie spielt in dem Kontext eine Rolle. Hier geht Japan interessenorientiert vor und sanktioniert Energie auf dem Papier, aber nicht in der Realität (Russland, Sachalin). Ebenso hielt man an Atomkraft fest und baut sie aus. Das Energiethema liefert den Schlüssel zur Erklärung der Divergenz gegenüber der Eurozone und Deutschland.

Wir wünschen einen schönen Sonntag und eine schöne nächste Wiesn-Woche!

Ihre FIMILIA

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Quellenangaben:
1https://stock3.com/ – Daten abgerufen am 22.09.2023 – 15:30 Uhr
2LBBW Markets – das Researchportal der Landesbank Baden-Württemberg – Daten abgerufen am 22.09.2023 – 15:30 Uhr
3Hellmeyer Report vom 18.09.2023– Blick auf die Welt mit Folker Hellmeyer
4Hellmeyer Report vom 19.09.2023– Blick auf die Welt mit Folker Hellmeyer
5Hellmeyer Report vom 20.09.2023– Blick auf die Welt mit Folker Hellmeyer
6Hellmeyer Report vom 21.09.2023– Blick auf die Welt mit Folker Hellmeyer
7Hellmeyer Report vom 22.09.2023– Blick auf die Welt mit Folker Hellmeyer

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vertreten durch: Maximilian M. Müller, Raphael R. Pospiech
Firmensitz: Leopoldstraße 94, D-80802 München
Registereintrag: Eintragung im Handelsregister Abteilung B
HRB: 285584
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