Sehr geehrte Anlegerinnen,
sehr geehrte Anleger,
ein weiteres Quartal liegt hinter uns — geprägt von bewegten Märkten, neuen Entwicklungen und einem weiterhin dynamischen wirtschaftlichen Umfeld. Deshalb möchten wir diesen Newsletter nutzen, um gemeinsam mit Ihnen auf die vergangenen Monate zurückzublicken und Ihnen kurz aufzuzeigen, welche Themen die Kapitalmärkte beeinflusst haben und welche Anpassungen in Ihrer Vermögensverwaltung umgesetzt wurden.
Das zweite Quartal 2026 war geprägt von hoher geopolitischer Unsicherheit, steigenden Energiepreisen und einer gleichzeitig starken Erholung an den Aktienmärkten. Der Nahostkonflikt sorgte zunächst für Druck auf Ölpreise, Inflationserwartungen und Anleihemärkte. Die EZB reagierte im Juni mit einer Zinserhöhung um 25 Basispunkte, nachdem sie bereits im April auf höhere Inflations- und Wachstumsrisiken hingewiesen hatte.
Trotzdem hellte sich die Stimmung an den Aktienmärkten im Quartalsverlauf deutlich auf. Besonders Technologie, künstliche Intelligenz, Halbleiter, Automatisierung und asiatische Schwellenländer profitierten von anhaltend hohen Investitionen in digitale Infrastruktur.
Die Zusammenfassung bezieht sich auf die Strategien Ausgewogen und Wachstum. Je nach Mandat — insbesondere bei individuellen Vermögensverwaltungsmandaten — kann die konkrete Umsetzung abweichen. Für einen detaillierten Blick auf Ihr persönliches Portfolio wenden Sie sich bitte an Ihre Beraterin oder Ihren Berater.
Einordnung der Transaktionen
Im Zeitraum vom 01.04. bis 30.06.2026 wurde in beiden Strategien Liquidität aus Geldmarktpositionen abgebaut und schrittweise in Aktien, Rohstoffe, defensive Sektoren und ausgewählte Wachstumsthemen investiert. Hintergrund war die spürbare Aufhellung der Marktstimmung nach der erhöhten Unsicherheit im Frühjahr. Gleichzeitig boten sich durch die vorherige Volatilität wieder attraktivere Einstiegsmöglichkeiten an den Aktienmärkten.
Ein Schwerpunkt lag auf europäischen und globalen Aktien. Positionen in Europa, den USA, globalen Aktienindizes sowie Nebenwerten wurden ausgebaut. Damit wurde die Erholung an den Aktienmärkten genutzt, ohne sich zu stark auf einzelne Regionen oder Marktsegmente zu konzentrieren. Die breite Streuung trägt dazu bei, Schwankungen einzelner Märkte besser abzufedern.
Im Technologiesektor wurde selektiv vorgegangen. Einzelne sehr spezielle Technologiethemen wie Digitalisierung, Quantencomputing oder eng gefasste Wachstumssegmente wurden teilweise reduziert. Gleichzeitig wurden breitere Technologie-, Automatisierungs- und KI-nahe Themen wieder aufgebaut. Damit wurde dem weiterhin starken KI-Investitionszyklus Rechnung getragen, während überhitzte Teilbereiche bewusst vorsichtiger gewichtet wurden.
Auch Rohstoffe und Edelmetalle spielten eine wichtige Rolle. Gold, Silber und rohstoffnahe Sektoren wurden zeitweise aufgebaut und später teilweise wieder angepasst. Diese Positionen dienten vor allem als Beimischung in einem Umfeld erhöhter geopolitischer Risiken, steigender Inflationserwartungen und starker Schwankungen an den Energie- und Rohstoffmärkten.
Im Energiesektor wurde zunächst aufgestockt, später wurden Positionen wieder reduziert. Der anfängliche Aufbau passte zum Umfeld steigender Ölpreise infolge des Nahostkonflikts. Als sich im Juni Entspannungssignale zeigten und die Ölpreise nachgaben, wurden Gewinne gesichert und das Risiko in diesem zyklischen Bereich reduziert.
Schwellenländer und Asien wurden im Quartalsverlauf wieder stärker berücksichtigt. Vor allem asiatische Märkte profitierten von ihrer Bedeutung für Halbleiter, Hardware, Automatisierung und KI-Infrastruktur. Die Aufstockung dieser Regionen ergänzt die globale Aktienausrichtung und eröffnet zusätzliche Chancen außerhalb der klassischen US- und Europa-Allokation.
Daneben wurden defensive Branchen wie Gesundheit, Basiskonsum und Versorger ergänzt. Diese Sektoren können in einem Umfeld aus geopolitischen Risiken, höherer Inflation und restriktiverer Notenbankpolitik stabilisierend wirken, da ihre Geschäftsmodelle weniger stark vom Konjunkturzyklus abhängig sind.
Immobilienpositionen wurden dagegen reduziert. Hintergrund ist die hohe Zinssensitivität dieses Segments. Steigende oder länger erhöhte Zinsen belasten häufig die Bewertungen von Immobilienanlagen, weshalb eine vorsichtigere Gewichtung in diesem Bereich angebracht erschien.
Bei Anleihen und Rentenbausteinen erfolgte eine eher selektive Steuerung. Längere Laufzeiten blieben aufgrund volatiler Zinsen und hartnäckiger Inflation anfällig. Entsprechend standen flexible und kürzer laufende Rentenlösungen stärker im Fokus, da sie laufende Erträge ermöglichen und zugleich weniger stark auf Zinsanstiege reagieren.
Fazit
Insgesamt wurde im zweiten Quartal die Aktienausrichtung wieder aktiver gestaltet. Liquidität wurde reduziert, globale und europäische Aktien wurden aufgebaut, Technologie wurde selektiver gesteuert und Rohstoffe sowie defensive Branchen blieben wichtige Ergänzungen. Die Positionierung verbindet damit die Teilnahme an der Markterholung mit einer breiten Streuung über Regionen, Sektoren und Anlageklassen.
Ausblick bis Jahresende
Bis Jahresende dürfte die Entwicklung an den Geld- und Kapitalmärkten vor allem von drei Faktoren abhängen: Energiepreisen, Inflation und Notenbankpolitik. Geldmarktanlagen bleiben wegen erhöhter Zinsen attraktiv, dürften aber bei weiter steigenden Aktienmärkten an relativer Attraktivität verlieren. Anleihemärkte bleiben anfällig für Zinsschwankungen, wobei kurze Laufzeiten und flexible Rentenstrategien weiter im Vorteil sein sollten.
Für Aktien bleibt das Umfeld konstruktiv, solange die Unternehmensgewinne stabil bleiben und sich der Energiepreisschock nicht erneut verschärft. Technologie, KI, Automatisierung, Infrastruktur und ausgewählte asiatische Märkte bleiben wichtige Wachstumstreiber. Gleichzeitig sollte die Positionierung breit bleiben, weil hohe Bewertungen, geopolitische Risiken und eine restriktive Geldpolitik weiterhin für Schwankungen sorgen können.
Damit bleibt die Ausrichtung auch für die kommenden Monate flexibel und gut diversifiziert, um auf neue Marktimpulse reagieren und attraktive Chancen gezielt wahrnehmen zu können.
Wir wünschen einen schönen Sonntag.
Unsere Weekly News in Bild und Ton:
In der laufenden Kalenderwoche zeigten sich die Aktienmärkte insgesamt freundlich, aber mit deutlichen Rotationen unter der Oberfläche. In den USA legte der S&P 500 von Montag bis zum vorgezogenen Handelsschluss vor dem Independence-Day-Feiertag per Saldo zu; am Donnerstag schloss er nahezu unverändert bei rund 7.483 Punkten, während der Dow Jones sogar ein Rekordhoch erreichte und der Nasdaq wegen Schwäche bei Halbleiter- und KI-Werten nachgab. Besonders auffällig war, dass schwache US-Arbeitsmarktdaten — nur 57.000 neue Jobs im Juni — die Sorge vor weiteren Fed-Zinserhöhungen dämpften und damit zinssensitive sowie defensive Marktbereiche stützten. Gleichzeitig belasteten Gewinnmitnahmen bei Chipwerten wie Micron, KLA und Nvidia die Technologiewerte. Politisch stand in den USA neben der Geldpolitik auch die Unsicherheit um US-Iran-Gespräche und die Straße von Hormus im Hintergrund, weil jede Eskalation über Ölpreise wieder Inflations- und Zinsängste auslösen könnte.
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