Marktreporting KW 39

Sehr geehrte Anlegerinnen,
sehr geehrte Anleger,

das dritte Quartal 2026 war an den internationalen Kapitalmärkten von einem zunehmend anspruchsvollen Umfeld geprägt. Einerseits zeigten sich die Weltwirtschaft und die Unternehmensgewinne weiterhin vergleichsweise widerstandsfähig. Andererseits sorgten steigende Energiepreise, anhaltende geopolitische Konflikte und eine erneut straffere Geldpolitik für wachsende Unsicherheit.

Insbesondere die Entwicklungen im Nahen Osten rückten im Quartalsverlauf wieder stärker in den Mittelpunkt. Die Risiken für die internationalen Energie- und Transportwege führten zu steigenden Öl- und Gaspreisen. Damit nahm auch die Gefahr zu, dass höhere Energiekosten erneut auf die Verbraucherpreise, die Gewinnmargen der Unternehmen und die langfristigen Inflationserwartungen durchschlagen.

Gleichzeitig blieben weitere geopolitische Belastungsfaktoren bestehen. Dazu gehörten der anhaltende Krieg in der Ukraine, die wirtschaftlichen Spannungen zwischen den USA und China sowie eine insgesamt stärkere Ausrichtung der internationalen Wirtschafts- und Handelspolitik an nationalen Interessen. Für Unternehmen erschwert dieses Umfeld die langfristige Planung und erhöht das Risiko zusätzlicher Kosten, etwa durch Zölle, veränderte Lieferketten oder steigende Rohstoffpreise.

Höhere Zinsen verändern das Umfeld an den Kapitalmärkten

Die Kombination aus einem überraschend robusten Wirtschaftswachstum und wieder zunehmendem Preisdruck veränderte im dritten Quartal auch den geldpolitischen Ausblick. Sowohl in Europa als auch in den USA reagierten die Notenbanken auf die anhaltenden Inflationsrisiken mit einer strafferen Geldpolitik.

Für die Kapitalmärkte bedeutete dies eine erneute Bewertung der verschiedenen Anlageklassen. Höhere Zinsen verteuern die Finanzierung für Unternehmen und Staaten. Gleichzeitig sinkt die relative Attraktivität hoch bewerteter Aktien, da mit Geldmarktanlagen und kurzlaufenden Anleihen wieder laufende Erträge erzielt werden können.

Besonders zinssensible Marktsegmente sowie Unternehmen, deren Bewertung stark von weit in der Zukunft liegenden Gewinnen abhängt, reagierten entsprechend anfälliger. Die Aussicht auf länger erhöhte Zinsen machte eine ausgewogenere Verteilung zwischen den langfristigen Chancen des Aktienmarktes und den aktuell attraktiven laufenden Zinserträgen zunehmend sinnvoll.

Schrittweise Reduzierung der Aktienrisiken

Zu Beginn des Quartals waren in beiden Anlagestrategien noch gezielte Aktieninvestitionen erfolgt. Schwerpunkte lagen unter anderem in den Bereichen Gesundheit, Basiskonsum, Energie, Industrie, Cybersicherheit und Verteidigung. Daneben wurden internationale Aktienmärkte sowie ausgewählte Zukunftsthemen wie Automatisierung, künstliche Intelligenz und Raumfahrt berücksichtigt.

Diese Positionierung trug der zunächst noch stabilen Konjunktur, den hohen Investitionen in Digitalisierung und künstliche Intelligenz sowie den weltweit wachsenden Ausgaben für Infrastruktur, Sicherheit und Verteidigung Rechnung. Gleichzeitig blieb das wirtschaftliche Umfeld von erheblichen regionalen Unterschieden geprägt.

Während die amerikanische Wirtschaft weiterhin von Technologieinvestitionen und einem robusten Arbeitsmarkt getragen wurde, profitierten Teile Europas von steigenden staatlichen Ausgaben für Infrastruktur und Verteidigung. Auch ausgewählte asiatische Märkte boten zwischenzeitlich interessante wirtschaftliche und bewertungsseitige Perspektiven.

Im September wurde die Aktienquote in beiden Anlagestrategien jedoch deutlich zurückgeführt. Zahlreiche regionale, sektorale und thematische Aktienpositionen wurden reduziert oder vollständig veräußert. Dazu zählten unter anderem Engagements in Europa, Japan und Asien sowie Positionen aus den Bereichen Technologie, künstliche Intelligenz, Biotechnologie, Industrie, Finanzwerte, Basiskonsum, Versorger, Wasser, Immobilien, Automatisierung und Verteidigung. Auch Teile breit gestreuter globaler Aktienanlagen wurden abgebaut.

Die Reduzierung stellte keine grundsätzliche Abkehr vom Aktienmarkt dar. Vielmehr wurde das Verhältnis zwischen den weiterhin vorhandenen Chancen und den inzwischen gestiegenen Risiken neu austariert. Nach der guten Entwicklung zahlreicher Aktiensegmente waren die Bewertungen teilweise ambitioniert. Gleichzeitig erhöhten steigende Zinsen, höhere Energiepreise und geopolitische Unsicherheiten das kurzfristige Rückschlagspotenzial.

In der wachstumsorientierten Strategie blieb die Aktienausrichtung erwartungsgemäß stärker ausgeprägt. Dort blieben unter anderem Schwerpunkte im amerikanischen Aktienmarkt, im Gesundheitssektor, bei Halbleitern, in der digitalen Sicherheit sowie bei kleineren und mittelgroßen Unternehmen bestehen beziehungsweise wurden gezielt ergänzt.

In der ausgewogenen Strategie fiel die Verringerung der Aktienrisiken insgesamt stärker aus. Beide Varianten folgten damit derselben grundsätzlichen Risikoeinschätzung, jedoch innerhalb ihrer jeweils unterschiedlichen Anlagerahmen.

Kurzfristige Geldmarktanlagen und Anleihen gewinnen an Bedeutung

Die durch die Aktienverkäufe entstandene Liquidität blieb nicht überwiegend unverzinst. Ein Teil wurde in kurzfristige Geldmarktanlagen eingebracht. Diese orientieren sich eng am aktuellen kurzfristigen Zinsniveau und verbinden laufende Zinserträge mit einer hohen Verfügbarkeit.

Darüber hinaus wurden Unternehmensanleihen mit festen und überschaubaren Laufzeiten erworben. Solche Anlagen ermöglichen eine breite Streuung über verschiedene Emittenten und bieten zugleich eine vergleichsweise gut planbare Laufzeit. Gegenüber einer unverzinsten Liquiditätsreserve kann damit das weiterhin attraktive Zinsniveau genutzt werden, ohne das Kapital langfristig zu binden.

Diese Ausrichtung gewann durch die Entscheidungen der Notenbanken zusätzlich an Bedeutung. Da das Zinsniveau erhöht blieb beziehungsweise erneut angehoben wurde, verbesserten sich die Ertragsmöglichkeiten bei kurzfristigen und mittleren Laufzeiten. Gleichzeitig bestand weiterhin das Risiko steigender Marktrenditen.

In einem solchen Umfeld können kurzlaufende Anleihen und geldmarktnahe Anlagen gegenüber langfristigen Anleihen Vorteile bieten. Ihre Kurse reagieren in der Regel weniger empfindlich auf Veränderungen des allgemeinen Zinsniveaus. Zudem kann frei werdendes Kapital bei veränderten Marktbedingungen zeitnah neu angelegt werden.

Die Portfolios verfügen damit über eine substanzielle Reserve, die laufende Zinserträge erwirtschaften kann und gleichzeitig für spätere Investitionen zur Verfügung steht. Diese Flexibilität ist besonders wertvoll, wenn sich an den Aktienmärkten attraktivere Einstiegsgelegenheiten ergeben.

Edelmetalle nach starker Entwicklung reduziert

Gold- und Silberinvestments waren über weite Strecken des Jahres ein wichtiger Bestandteil der Absicherung gegen geopolitische Risiken, Inflation und mögliche Vertrauensverluste an den Finanzmärkten. Im dritten Quartal wurden zunächst weitere Goldpositionen aufgebaut. Im September wurden die Bestände jedoch deutlich reduziert. Zusätzlich erfolgten Teilverkäufe bei Unternehmen aus dem Bereich der Silberförderung.

Damit wurden nach einer starken und zugleich schwankungsreichen Entwicklung Gewinne teilweise gesichert und bestehende Konzentrationsrisiken verringert. Edelmetalle bleiben langfristig ein möglicher Diversifikationsbaustein. Kurzfristig reagieren sie jedoch empfindlich auf Veränderungen bei Realzinsen, Währungen und der allgemeinen Liquidität an den Finanzmärkten.

Gerade steigende Notenbankzinsen können zwischenzeitlich Gegenwind verursachen, da Edelmetalle selbst keine laufenden Zinserträge erwirtschaften. Gleichzeitig bleibt ihre Entwicklung stark von geopolitischen Ereignissen und den Erwartungen an die weitere Inflationsentwicklung abhängig.

Regelbasierter Wiederaufbau der Aktienquote

Zum Ende des dritten Quartals sind die Portfolios defensiver aufgestellt als noch zu Beginn des Sommers. Die Aktienquote wurde reduziert, die Anzahl einzelner Themeninvestments verringert und das dadurch freigesetzte Kapital überwiegend in kurzfristige Geldmarktanlagen sowie Unternehmensanleihen mit überschaubaren Laufzeiten umgeschichtet.

Diese defensivere Positionierung ist jedoch nicht auf Dauer angelegt. Vorgesehen ist, die Aktienquote über die kommenden sechs bis zwölf Monate durch regelmäßige monatliche Käufe schrittweise und regelbasiert wieder aufzubauen.

Dadurch wird der Wiedereinstieg nicht von einem einzelnen Zeitpunkt abhängig gemacht. Stattdessen verteilt sich die Investition über mehrere Monate und unterschiedliche Marktniveaus. Das reduziert das Risiko, einen größeren Betrag zu einem ungünstigen Zeitpunkt anzulegen.

Gleichzeitig bleibt die Vorgehensweise bewusst flexibel. Der monatliche Investitionsplan bildet den grundsätzlichen Rahmen, ist jedoch kein starres Konzept. Sollte die Volatilität an den Aktienmärkten deutlich zunehmen, kann die Geschwindigkeit des Wiederaufbaus angepasst werden.

Kommt es zu stärkeren Kursrückgängen, können die niedrigeren Bewertungen genutzt werden, um zusätzliche Käufe vorzunehmen und die Aktienquote schneller zu erhöhen. Die vorhandene Liquidität schafft hierfür die notwendige Handlungsfähigkeit.

Sollten sich die Aktienmärkte dagegen dynamisch nach oben entwickeln und sich das wirtschaftliche sowie politische Umfeld sichtbar stabilisieren, kann der Wiederaufbau ebenfalls beschleunigt werden. Damit soll vermieden werden, dass die Portfolios bei einer nachhaltigen Erholung zu lange zu defensiv positioniert bleiben.

Die weitere Vorgehensweise verbindet somit einen regelbasierten Investitionsprozess mit der Möglichkeit, auf außergewöhnliche Marktbewegungen flexibel zu reagieren. Sowohl deutliche Korrekturen als auch eine dynamische Aufwärtsbewegung können Anlass sein, die Aktienquote schneller als ursprünglich vorgesehen anzuheben.

Einordnung und Ausblick

Der strategische Schwerpunkt liegt in den kommenden Monaten auf vier Punkten:

  1. Begrenzung der Schwankungsrisiken
    Die Kombination aus geopolitischen Spannungen, höheren Energiepreisen und steigenden Zinsen hat das Marktumfeld fragiler gemacht. Die reduzierte Aktienquote trägt diesem erhöhten Risiko Rechnung.

  2. Nutzung des attraktiven Zinsniveaus
    Der vorübergehend defensiver positionierte Teil der Portfolios kann laufende Zinserträge erwirtschaften und muss nicht unverzinst vorgehalten werden.

  3. Regelbasierter Wiederaufbau der Aktienquote
    Über die kommenden sechs bis zwölf Monate soll die Aktienquote durch regelmäßige monatliche Käufe schrittweise wieder erhöht werden.

  4. Flexibles Reagieren auf größere Marktbewegungen
    Bei deutlichen Kursrückgängen können günstigere Bewertungen für zusätzliche Käufe genutzt werden. Entwickeln sich die Märkte hingegen dynamisch nach oben und verbessert sich das Umfeld nachhaltig, kann die Aktienquote ebenfalls schneller angehoben werden.

Eine vollständige Abkehr vom Aktienmarkt ist mit der aktuellen Positionierung ausdrücklich nicht verbunden. Produktive Unternehmen, technologischer Fortschritt und steigende Unternehmensgewinne bleiben langfristig zentrale Renditetreiber. Kurzfristig erscheint jedoch eine ausgewogenere Balance zwischen Aktienchancen, planbaren Zinserträgen und verfügbarer Liquidität sinnvoll.

Die derzeitige Liquiditätsreserve erfüllt dabei eine Doppelfunktion. Bis zu ihrer erneuten Investition kann sie laufende Zinserträge erwirtschaften. Gleichzeitig schafft sie die notwendige Handlungsfähigkeit, um sowohl bei günstigeren Bewertungen als auch bei einer nachhaltigen Erholung der Aktienmärkte zeitnah reagieren zu können.

Wie schnell der Wiederaufbau der Aktienquote letztlich erfolgt, wird insbesondere von der Entwicklung der Energiepreise, der Inflation, den weiteren Entscheidungen der Notenbanken, der geopolitischen Lage und den Bewertungen an den Aktienmärkten abhängen. Der vorgesehene monatliche Investitionsplan gibt dabei die grundsätzliche Richtung vor. Bei außergewöhnlichen Marktbewegungen kann die Geschwindigkeit der Käufe jedoch gezielt angepasst werden.

Hinweis: Die konkrete Gewichtung und einzelne Transaktionen können sich zwischen den Anlagestrategien Ausgewogen und Wachstum sowie zwischen einzelnen Kundendepots unterscheiden. Der Bericht beschreibt die übergeordnete Ausrichtung der Vermögensverwaltung im dritten Quartal 2026. Frühere Wertentwicklungen und Marktentwicklungen sind kein verlässlicher Indikator für zukünftige Ergebnisse.

Wir wünschen einen schönen Sonntag.

Unsere Weekly News in Bild und Ton:

Marktüberblick
 

Die internationalen Aktienmärkte standen in dieser Woche vor allem im Spannungsfeld aus steigenden Anleiherenditen, hohen Ölpreisen und anhaltenden geopolitischen Risiken. Gleichzeitig sorgten robuste Unternehmensnachrichten aus dem Technologiesektor zeitweise für Unterstützung. Da der US-Handel am Freitagmittag europäischer Zeit noch nicht begonnen hatte, beziehen sich die Angaben für die USA auf den Schlusskurs vom Donnerstag, für Europa auf den Freitagmittag.

In den USA verlor der S&P 500 seit dem vergangenen Freitag bis Donnerstag ungefähr ein Prozent und schloss bei 7.666 Punkten. Der technologielastige Nasdaq hielt sich vergleichsweise stabiler. Belastend wirkte vor allem der erneute Anstieg der Rendite zehnjähriger US-Staatsanleihen, die zwischenzeitlich mit rund 5,34 Prozent den höchsten Stand seit 2002 erreichte. Steigende Renditen reduzieren rechnerisch den heutigen Wert zukünftiger Unternehmensgewinne und treffen deshalb besonders hoch bewertete Wachstumsaktien. Unterstützung kam dagegen von starken Quartalszahlen des Speicherchipherstellers Micron, die den Halbleiter- und KI-Sektor belebten. Politisch blieb der Konflikt zwischen den USA und Iran der entscheidende Unsicherheitsfaktor. Die Ablehnung eines iranischen Vorschlags zur Öffnung der Straße von Hormus hielt die Ölpreise hoch und verstärkte die Sorge vor zusätzlichem Inflationsdruck.

In Europa …

In Asien …

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