Marktreporting KW 25

Sehr geehrte Anlegerinnen, sehr geehrte Anleger,

Frankreichs Präsident zündet die Atombombe – die Atombombe der Verfassung.
So nennen unsere Nachbarn die Auflösung des Parlaments.

In der gesamten Geschichte der aktuellen französischen Regierungsform, also seit 1958, hat kein Präsident vor ihm je, nach einer verlorenen Wahl, die „Atombombe der Verfassung“ gezündet.

Der politische Zyklus ist jäh unterbrochen, per Knopfdruck. Eine Vollbremsung des Parlaments.

Und wie reagieren die französischen Aktienmärkte ? Sie antworten mit Turbulenzen! So gab der Aktienleitindex CAC40 innerhalb einer Woche 7 % ab. Nichts verstört die Börsen mehr wie Unsicherheit. Kommt diese zurück, kann es allerdings auch schnell wieder nach oben gehen – auch mit einer rechtsorientierten Regierung.

Beispiel Italien 2022: Nachdem die rechtsgesinnte Partei Fratelli d’Italia eine Regierungsbildung vollzogen hatte, stieg der dortige Leitindex innheralb von 2 Monate um gute 17 %.

Politische Börsen haben also kurze Beine …

Wir wünschen Ihnen viel spaß beim Lesen unserer Weekly News und einen schönen Sonntag.

Ihre Finanzboutique

Wochenüberblick
 

Montag3

China
Die chinesischen Behörden haben ein verstärktes Vorgehen gegen Leerverkäufe angekündigt. Die Wertpapieraufsicht CSRC reagierte damit nach eigenen Angaben auf Berichte in sozialen Medien, wonach die jüngste Marktschwäche auf einen Anstieg derartiger Geschäfte zurückzuführen sei.

Frankreich
Die Währungshüter der Europäischen Zentralbank (EZB) haben Insidern zufolge keine Pläne, über Notkäufe französischer Staatsanleihen zu diskutieren. Sie seien vielmehr der Auffassung, es sei Aufgabe der Politik in Frankreich, Investoren zu beruhigen, die durch die Möglichkeit einer rechtsextremen Regierung aufgeschreckt worden seien, sagten fünf Währungshüter der Nachrichtenagentur Reuters. Die Finanzmärkte in Frankreich waren zum Wochenausklang unter Druck geraten. Anleger trennten sich im Vorfeld der vorgezogenen Neuwahlen, die dem euroskeptischen und rechtsextremen Rassemblement National (RN) eine Mehrheit bescheren könnte, in größerem Umfang von französischen Wertpapieren. Der Risikoaufschlag, den Anleger für französische Staatsanleihen verlangen, war auf den höchsten Stand seit mehr als vier Jahren geklettert. Die Währungshüter, die aufgrund des sensiblen Themas anonym bleiben wollten, sagten jedoch, sie hätten weder über die Auflage eines Notfall-Kaufprogramms für französische Staatsanleihen gesprochen, noch planten sie dies derzeit.

Nahost
Teile der israelischen Regierung haben mit Unmut auf die Ankündigung des Militärs reagiert, tägliche taktische Pausen für Hilfslieferungen im südlichen Gazastreifen abzuhalten. „Als der Ministerpräsident die Berichte über eine elfstündige humanitäre Pause am Morgen hörte, wandte er sich an seinen Militärsekretär und machte ihm klar, dass dies für ihn inakzeptabel sei“, sagte am Sonntag ein Regierungsvertreter über Benjamin Netanjahu.

Ukraine
Unterstützer der Ukraine haben nach dem zweitägigen Gipfel in der Schweiz Bedingungen für einen Frieden formuliert. Aber der Weg dahin ist noch weit und ein Ende der Kämpfe zeichnet sich nicht ab. „Wir wissen, dass Frieden in der Ukraine nicht in einem Schritt erreicht werden wird, sondern dass es eine Reise sein wird“, sagte EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen am Sonntag auf dem Bürgenstock nahe Luzern. Das Treffen mit Vertretern aus über 90 Ländern habe der Ukraine den Frieden zwar näher gebracht, aber der Weg zu echtem Frieden werde Geduld und Entschlossenheit erfordern. In der Abschlusserklärung, die Länder wie Indien und Saudi-Arabien nicht unterzeichneten, hieß es, Russlands Krieg in der Ukraine verursache „großes menschliches Leid und Zerstörung“, doch ein Weg zum Frieden erfordere die Beteiligung aller Parteien. Russland war zu der Konferenz nicht eingeladen worden, sein wichtiger Handelspartner China hatte eine Teilnahme abgesagt.

USA
US-Vizepräsidentin Kamala Harris hat auf der Ukraine-Friedenskonferenz in der Schweiz ein über 1,5 Mrd. USD schweres Hilfspaket angekündigt. Damit solle der ukrainische Energiesektor unterstützt werden, teilte das Büro der Vizepräsidentin mit. Zusätzlich sollen über 379 Mio. USD für humanitäre Hilfen fließen.
Die US-Notenbank könnte nach Darstellung von Währungshüter Neel Kashkari in diesem Jahr einmal die Zinsen senken. Es sei eine „vernünftige Prognose“, dass dies im Dezember passieren könne, sagt der Chef des Notenbankbezirks Minneapolis dem Sender CBS. „Wir benötigen mehr Beweise, die uns davon überzeugen, dass die Inflation wieder auf dem besten Weg ist, Richtung zwei Prozent zu sinken.“ Die Fed befinde sich in einer guten Situation und könne sich mit einer Entscheidung Zeit lassen.

Adidas
Der Konzern sieht sich in China einem Zeitungsbericht zufolge mit Korruptionsvorwürfen gegen mehrere hochrangige Mitarbeiter konfrontiert. Der „Financial Times“ („FT“) zufolge werden sie in einem anonymen, angeblich von eigenen Mitarbeitern stammenden Brief beschuldigt, „Millionen Euro“ von Lieferanten und Werbeagenturen angenommen zu haben. Ein Sprecher des weltweit zweitgrößten Sportartikelherstellers bestätigte, das anonyme Schreiben erhalten zu haben, das „auf mögliche Verstöße gegen die Verhaltensregeln hindeute“. Adidas gehe der Angelegenheit intensiv nach, auch mit Hilfe externer Juristen. Man nehme Compliance-Vorwürfe sehr ernst.

Pfeiffer Vacuum
Im SDax kommt es zu einer außerplanmäßigen Anpassung. Die Deutsche Börse teilte mit, dass der Spezialpumpenhersteller aus dem SDax ausscheide, da die Anforderung „fristgerechte Veröffentlichung des Quartalsfinanzberichts“ nicht erfüllt sei. Gemäß Regelwerk werde Pfeiffer am 24. Juni aus dem Index genommen.

Dienstag4

Frankreich wählt neu: Wie reagieren die Märkte?
Europäische Aktien schwankten spürbar, nachdem Emmanuel Macron vergangene Woche Neuwahlen in Frankreich angekündigt hatte. Das Schwankungsbarometer VSTOXX stieg von 13,3 auf 19,9 Punkte, was größtenteils auf den Rückgang des CAC 40 um gut sechs Prozent zurückzuführen war. Vorerst dürften die Schwankungen anhalten, bis feststeht, welche Parteien die neue Regierung bilden und welche Agenda diese verfolgen wird. Allerdings könnte sich der Aktienmarkt zügig erholen, sobald die politische Unsicherheit abebbt – so war es 2022 in Italien, als Präsident Sergio Mattarella das Parlament am 21. Juli auflöste und Neuwahlen am 25. September ausrief. Nachdem sich die neue Regierung um die rechtsgesinnte Partei Fratelli d’Italia mit Giorgia Meloni an der Spitze gebildet hatte, stieg der italienische Leitindex FTSE MIB binnen zwei Monaten um gut 17 Prozent; der Renditeaufschlag italienischer Staatsanleihen gegenüber deutschen verringerte sich.

Europa
Die Staats- und Regierungschefs der Europäischen Union (EU) haben bei einem informellen Abendessen keine Einigung über die Besetzung der Spitzenposten erzielt. „Es war ein gutes Gespräch, das in die richtige Richtung geht, denke ich. Aber es gibt heute Abend noch keine Einigung“, sagte der amtierende Präsident des Europäischen Rates, Charles Michel, nach den Gesprächen. Die gesamteuropäischen politischen Parteien hätten Vorschläge für die Posten gemacht. Es müsse noch weiter an einer Einigung gearbeitet werden. Details zu den Vorschlägen nannte er nicht.
Das EU-Statistikamt legt die finalen Daten zu den Verbraucherpreisen im Euroraum für Mai vor. Nach vorläufigen Zahlen war eine Teuerungsrate von 2,6 Prozent ermittelt worden, nach einer Rate von 2,4 Prozent im April. Damit hat die Jahresteuerung in diesem Jahr erstmals angezogen. Trotz des Anstiegs vollzog die EZB die Zinswende. Sie will sich auf dem weiteren geldpolitischen Pfad von den Daten leiten lassen.

Nordkorea / Südkorea
Kurz vor dem geplanten Besuch des russischen Präsidenten Wladimir Putin in Nordkorea verschärfen sich die Spannungen an der innerkoreanischen Grenze. Das südkoreanische Militär gab Warnschüsse ab, nachdem nordkoreanische Soldaten die militärische Demarkationslinie überschritten hatten. Etwa 20 bis 30 Soldaten seien am Dienstagmorgen etwa 20 Meter weit in die entmilitarisierte Zone vorgedrungen, nach den Warnschüssen aus dem Süden aber wieder nach Norden zurückgekehrt, sagte ein Sprecher des Generalstabs der südkoreanischen Streitkräfte (JCS). Zudem seien bei der Explosion von Landminen in der entmilitarisierten Zone mehrere nordkoreanische Soldaten verletzt worden, die dort Arbeiten verrichteten.

Banken
Kunden privater Banken müssen sich auf weitere Warnstreiks einstellen. Auch die zweite Runde der Tarifverhandlungen für die mehr als 140.000 Beschäftigten der privaten Bankenbranche ist am Montag in Berlin ohne Ergebnis geblieben, wie die Gewerkschaft Verdi mitteilte. Der Arbeitgeberverband legte ein erstes Angebot vor, das in drei Stufen eine Erhöhung der Gehälter von insgesamt 8,5 Prozent bei einer Laufzeit von drei Jahren vorsieht. „Das Angebot ist zu niedrig und insbesondere die sehr lange Laufzeit von 36 Monaten ist vollkommen inakzeptabel“, sagte der bei der Dienstleistungsgewerkschaft für die Bankenbranche zuständige Jan Duschek. Verdi fordert 12,5 Prozent mehr Gehalt, mindestens jedoch 500 Euro pro Monat und eine Erhöhung der monatlichen Vergütungen der Nachwuchskräfte um 250 Euro.

Deutsche Lufthansa
Der Konzern hat Insidern zufolge für grünes Licht der EU-Kommission zum Einstieg bei der italienischen Staatsairline ITA Airways weitere Zugeständnisse gemacht. Damit der Wettbewerb auf Transatlantikrouten von Rom aus unter der Fusion nicht leidet, sollen zwei Konkurrenten Insidern zufolge vom italienischen Hauptstadtflughafen aus Zubringerflüge zu Drehkreuzen von Lufthansa-Konkurrenten in Europa anbieten. Passagiere könnten dann etwa in Amsterdam auf USA-Flüge der niederländischen KLM umsteigen. Eine der mit dem Vorgang vertrauten Personen sagte der Nachrichtenagentur Reuters, es gebe noch einen weiteren Lufthansa-Wettbewerber, der so für mehr Auswahl sorgen könne. Außerdem gebe ITA Direktflüge vom Airport Rom-Fiumicino nach Nordamerika an eine andere Airline ab.

Mittwoch5

US-Unternehmen weniger abhängig vom Ausland
Die Unternehmen des S&P 500 erwirtschafteten im vergangenen Jahr insgesamt rund 16 Billionen US-Dollar Umsatz – das ergab eine Analyse der Jahresberichte. Mit 72 Prozent erzielten sie den Löwenanteil in den USA; auf Europa und Asien entfallen elf und acht Prozent. Interessant ist zudem, dass die Märkte China, Hongkong und Taiwan sowie Kanada und Mexiko zusammen jeweils nur zwei Prozent der Gesamtumsätze beisteuern. Im Vergleich zu 2022 ist der Anteil der Auslandsumsätze des S&P 500 leicht gesunken.Unter den Sektoren stechen mit der größten Abhängigkeit vom Auslandsgeschäft hervor:

Betrachtet man alle Konzerne der US-Wirtschaft, erzielen diese sogar 84 Prozent ihrer Erträge im Heimatmarkt. Nichtsdestotrotz repräsentiert der S&P 500 die heimische Wirtschaft besser als manch anderer Leitindex. Die DAX-Konzerne zum Beispiel erwirtschaften weniger als 20 Prozent ihrer Umsätze in Deutschland.

Russland/Nord Korea
Bei seinem ersten Besuch in Nordkorea seit 24 Jahren hat der russische Präsident Wladimir Putin mit dem nordkoreanischen Machthaber Kim Jong Un nach Angaben der staatlichen Nachrichtenagentur KCNA den Ausbau ihrer Beziehungen vereinbart. Das Treffen der beiden Staatschefs zeuge von der „Unbesiegbarkeit und Dauerhaftigkeit“ der Freundschaft und Einheit zwischen Nordkorea und Russland, berichtete die KCNA. Die Beziehungen hätten sich zu einer „starken strategischen Festung“ für die Aufrechterhaltung der internationalen Gerechtigkeit, des Friedens und der Sicherheit entwickelt. Die beiden Staatschefs wollen in der Hauptstadt Pjöngjang ein Partnerschaftsabkommen unterzeichnen, das Wirtschafts- und Sicherheitsfragen umfasst.

Bayer
Der Agrarchemie- und Pharmakonzern setzt im Kampf gegen Unkraut zunehmen auf künstliche Intelligenz (KI). KI könnte dabei helfen, die nächste neue Wirkweise schneller zu finden, sagte Frank Terhorst, Executive Vice President für Strategie und Nachhaltigkeit bei der Bayer-Sparte Crop Science der Nachrichtenagentur Reuters in Chicago. KI könne dabei helfen, die Proteinstruktur von Schadpflanzen mit Molekülen abzugleichen, die auf diese Struktur abzielen. So ließen sich riesige Datenmengen nutzen.

Morphosys
Morphosys muss im Zuge der Übernahme durch Novartis die großen Indizes an der deutschen Börse verlassen. Morphosys werde am 24. Juni aus allen Blue-Chip-Indizes herausgenommen, weil der Streubesitz unter zehn Prozent gesunken sei, teilte die Börse mit. Die Firma wäre eigentlich, wie angekündigt, aus dem MDax in den SDax abgestiegen, hieß es. Da der Platz jetzt aber frei werde, werde die angekündigte Herausnahme von Heidelberger Druckmaschinen aus dem SDAX nicht stattfinden.

Donnerstag
6

Airlines wieder profitabel
Die Fluglinienbetreiber aller Weltregionen operierten im Jahr 2023 erstmals seit der Corona-Pandemie wieder profitabel. Der Gewinn betrug in Summe 27,4 Milliarden US-Dollar. Für dieses Jahr erwartet die International Air Transport Association 30,5 Milliarden US-Dollar, also 11,3 Prozent mehr. Der Umsatz könnte erstmalig die Marke von einer Billion US-Dollar knacken. Wachstumstreiber soll mit einem Plus von 14 Prozent der Personenluftverkehr bleiben. Die Frachtluftfahrt dürfte aufgrund von Kapazitätsausweitungen und niedrigeren Margen jedoch einen Umsatzeinbruch verzeichnen. Da sich die Kerosinpreise aktuell elf Prozent unter dem Vorjahresniveau befinden und sich Konsumenten in vielen Weltregionen wieder über zunehmende Reallöhne freuen, könnte die Berichtssaison für das laufende Quartal erfreulich ausfallen. Der Markt dürfte die Qualitätsprobleme eines großen Flugzeugherstellers zudem allmählich verdaut haben. Die Werte des MSCI ACWI Airlines Index sind mit einem Kurs-Gewinn-Verhältnis von 8,7 bewertet – fünf Prozent unter dem Mittel der vergangenen zehn Jahre. Ihre neunprozentige Rally der vergangenen drei Monate könnte sich daher fortsetzen.

Schweiz
Die Schweizerische Nationalbank (SNB) dürfte nach der unerwarteten ersten Zinssenkung im März nach mehrheitlicher Einschätzung von Ökonomen ihre Geldpolitik weiter lockern. 22 von 33 der von der Nachrichtenagentur Reuters befragten Experten erwarten, dass die Notenbank den Leitzins zum zweiten Mal in Folge um 0,25 Prozentpunkte auf 1,25 Prozent senken wird. Eine knappe Mehrheit von 17 Volkswirten geht davon aus, dass der SNB-Leitzins bei der nächsten turnusmäßigen Zinssitzung im September dann auf 1,0 Prozent zurückgenommen wird.

Deutschland/ China
Bundeswirtschaftsminister Robert Habeck reist in Zeiten angespannter Handelsbeziehungen nach Fernost. Zuerst wird er in Südkorea erwartet, wo er mit Regierungschef Han Duck Soo und Handelsminister Ahn Duk Geun zusammentreffen wird. Ziel sei es, die Zusammenarbeit bei Wirtschaft, Wirtschaftssicherheit und Klima zu vertiefen, sagte Habeck beim Abflug. Begleitet wird er von einer Reihe von Mittelständlern. Am Freitag soll der Grünen-Politiker in Chinas Hauptstadt Peking eintreffen. Angesprochen wird er dort sicher auf die Strafzölle, die die EU auf Elektroautoimporte aus China verhängen will. China hat dagegen protestiert.

Deutschland/ Ifo
Das Münchner Ifo-Institut veröffentlicht seine Sommerprognose für die deutsche Wirtschaft. Im März wurde die Vorhersage für das Wachstum des Bruttoinlandsprodukts im laufenden Jahr von 0,9 auf 0,2 Prozent gestutzt, für 2025 von 1,3 auf 1,5 Prozent angehoben.

Großbritannien
Die Bank of England (BoE) berät über den Leitzins. Die Inflation ist nach langem Höhenflug zwar auf die Zielmarke der Notenbank von 2,0 Prozent gefallen. Doch dürften die Währungshüter aus Sicht von Experten noch stillhalten und den Leitzins bei 5,25 Prozent belassen. Eine Zinswende wird frühestens im August erwartet. Die BoE rechnet für den weiteren Jahresverlauf wieder mit einer anziehenden Teuerung.

OpenAI
Der Mitgründer und ehemalige Chef-Wissenschaftler von OpenAI, Ilya Sutskever, hat ein neues Projekt zur Erschaffung einer sicheren Super-KI bekanntgegeben. Sein neues Unternehmen Safe Superintelligence (SSI) mit Sitz in Palo Alto und Tel Aviv befasse sich mit „dem wichtigsten technischen Problem unserer Zeit“, hieß es auf der Website der neuen Firma. Der Fokus auf nur dieses Ziel bedeute, „dass wir nicht durch Management-Overhead oder Produktzyklen abgelenkt werden“. Durch das Geschäftsmodell seien „Sicherheit und Fortschritt von kurzfristigem kommerziellem Druck unabhängig“. Sutskever hatte den Microsoft-Partner OpenAI im Mai verlassen.

Freitag7

Deutschland
In Düsseldorf beginnen die Tarifverhandlungen für die gut 60.000 Beschäftigten bei den öffentlichen Banken. Die Gewerkschaft Verdi fordert 12,5 Prozent mehr Gehalt, mindestens aber 500 Euro pro Monat und eine Erhöhung der monatlichen Vergütungen der Nachwuchskräfte um 250 Euro. Es zeichnen sich Streiks ab, da die Arbeitgeber dies als unrealistisch abgelehnt haben. Auch in der Tarifrunde für die rund 140.000 Beschäftigten privater Banken gab es zuletzt Arbeitskämpfe, etwa bei der Commerzbank.

Deutschland
Bundeswirtschaftsminister Robert Habeck (Grüne) rechnet vor dem Hintergrund starker Handelsspannungen zwischen China und der EU wegen hoher Zölle auf chinesische E-Autos nicht mit einer Lösung des Konflikts während seiner Reise nach China. „Wir sehen da keine großen Chancen“, sagte Habeck am Freitag der Nachrichtenagentur Reuters in Paju, Südkorea, der ersten Station seiner Ostasienreise. „Dass in China der Konflikt beigelegt wird, ist auszuschließen.“ Er könne nicht für die EU verhandeln, dies sei die Aufgabe der Europäischen Kommission. Aber als größte europäische Volkswirtschaft habe die Stimme Deutschlands jedoch besonderes Gewicht. „Ich hoffe, dass es gelingt, in nächster Zeit lösungsorientierte Formate aufzusetzen. Wenn dazu meine Reise einen Beitrag leisten kann, wäre das gut“, sagte Habeck. Er setzt nach einem Treffen mit dem südkoreanischen Handelsminister seinen Asien-Besuch fort und reist dann weiter nach China.

Deutschland
Bundeskanzler Olaf Scholz empfängt am Nachmittag den ungarischen Ministerpräsidenten Viktor Orban. Anlass des Treffens ist nach Angaben der Bundesregierung die turnusgemäße Übernahme des Vorsitzes im Rat der Europäischen Union durch Ungarn am 1. Juli. Entgegen den Gepflogenheiten ist nach dem Gespräch keine Pressekonferenz vorgesehen. Der rechtspopulistische Orban gilt in der EU in vielerlei Hinsicht als schwierig: Dies betrifft sowohl sein Vorgehen gegen die Rechtsstaatlichkeit im Inneren wie auch seine Nähe zu Russland.

Boeing
Der amerikanische Flugzeugbauer hat vorübergehend einige seiner Ingenieure von dem experimentellen X-66A-Flugzeugprojekt abgezogen und sie stattdessen bei kommerziellen Entwicklungsprogrammen des Unternehmens eingesetzt. Die Ingenieure sollen dabei unterstützen, die Auslieferung bestehender Jets zu beschleunigen. „Es ist von entscheidender Bedeutung, dass wir unsere Verpflichtungen gegenüber den Kunden bei den Modellen 737-7, 737-10, 777-9 und 777-8F sowie bei den Flugzeugauslieferungen einhalten“, erklärte Boeing gegenüber der Nachrichtenagentur Reuters per E-Mail. Boeing steht offenbar kurz vor einer Einigung über den Rückkauf seiner ehemalige Tochtergesellschaft Spirit AeroSystems. Wie mehrere mit der Angelegenheit vertraute Personen berichteten, ist der genaue Zeitplan für das Geschäft aber noch unklar. Die Insider bestätigten jedoch, dass der Deal innerhalb der nächsten Tage oder Wochen zustande kommen könnte. Boeing hatte Anfang des Jahres Gespräche über den Rückkauf des 2005 ausgegliederten Zulieferers aufgenommen, um eigenen Angaben zufolge mehr Sicherheit und Qualität in seinen Fabriken zu gewährleisten.

Varta
Wegen einer weiteren Eintrübung im Energiespeichermarkt senkt der angeschlagene Batteriehersteller Varta seine Umsatzprognose für 2024. Das Unternehmen aus dem schwäbischen Ellwangen geht nach eigenen Angaben nur noch von einem Umsatz von 820 Millionen Euro bis 870 Millionen Euro aus. Zuvor hatte Varta mindestens 900 Millionen Euro in Aussicht gestellt. Grund sei eine weitere deutliche Verschlechterung des Marktumfeldes für Energiespeicher, insbesondere im zweiten Quartal des laufenden Jahres, teilte das Unternehmen weiter mit.

ABN AMRO
Die niederländische Großbank steht laut „Börsen-Zeitung“ vor der Übernahme des deutschen Geschäfts mit vermögenden Privatkunden der HSBC Continental Europe SA. Die einst als Trinkaus & Burkhardt firmierende Einheit stehe schon seit längerer Zeit zum Verkauf, berichtet die Zeitung.

Märkte auf einen Blick

Kapitalmärkte

 

MärkteAktueller IndexstandVeränderung Vorwoche
DAX18.138,130,76 %
EuroStoxx504.909,381,43 %
Dow Jones39.199,541,58 %
S&P5005.468,010,67 %
NASDAQ10019.690,500,16 %
Nikkei38.464,41– 0,04 %
Hang Seng18.002,341,07 %
MSCI World3.504,510,55 %

 

Rohstoffe

RohstoffBewertungVeränderung Vorwoche
Gold2.334,59 $/oz.0,11 %
Silber29,78 $/oz.0,80 %
Brent (Öl)85,92 $/bbl.3,86 %

Zinsen

GeldmarktZins p. a.
EZB Einlagensatz3,75 %
3-M-Euribor3,71 %
FED-Leitzins5,50 %
Tagesgeldsatz Japan0,08 %
Tagesgeldsatz UK5,20 %
RentenmarktRendite p. a.
5J Bund2,42 %
10J Bund2,38 %
10J US-Treasury4,22 %
10J JGB (Japan)0,93 %
10J Gilts (UK)4,07 %

Währung

Für einen Euro erhalten Sie aktuell 1,0749 USD.

Kapitalmarktkommentar7

Deutschland – DAX kann 18.000-er Marke deutlich hinter sich lassen

Am deutschen Aktienmarkt haben sich die Kurse am Donnerstag kräftig erholt. Der DAX gewann gut 1 Prozent auf 18.254 Punkte. Für Kauflaune sorgte eine Zinssenkung in der Schweiz: „Der Zinssenkungszyklus geht weiter“, so ein Marktteilnehmer. Auch in den USA habe der Spielraum der Notenbank wieder zugenommen nach einem Reigen relativ schwacher Konjunkturdaten am Nachmittag. „Die Daten deuten auf ‚Soft Landing‘ und sind deshalb marktfreundlich“, so der Marktteilnehmer.
Bei den Einzelwerten am deutschen Markt standen Evotec mit einem zweistelligen Erholungsschub im Blick. Sie stiegen um knapp 14 Prozent. Auslöser war ein Bericht, laut dem sich das Biotechnologieunternehmen nach dem starken Kursrückgang gegen eine feindliche Übernahme wappnen will und darüber mit Beratern spricht. Die Aktie hat allein in den vergangenen drei Monaten knapp 50 Prozent an Wert verloren. Ursprünglicher Auslöser war der Weggang des langjährigen CEO Lanthaler mit dem Verdacht auf Insiderhandel.
Für die Sartorius-Aktie ging es um 4,6 Prozent nach oben, nachdem der Kurs am Vortag um rund 14 Prozent abgerutscht war. Adidas beendeten ihren Rücksetzer mit einem Plus von 2,9 Prozent, und Rheinmetall zogen mit einem Rekordauftrag für Munition um 1,7 Prozent an. SMA Solar erholten sich um knapp 2 Prozent nach dem Kursdebakel vom Mittwoch mit der Gewinnwarnung.
Hypoport gewannen weitere 5,6 Prozent. Sie gelten als Nachrückkandidat, falls die Titel von Encavis wegen der laufenden Übernahme durch ein Konsortium um KKR aus dem MDAX entnommen werden sollten. In diesem zogen Aurubis um 5,5 Prozent an, laut Manager Magazin baut Salzgitter seinen Einfluss bei Aurubis aus.
Die Anteile der Fluggesellschaft Lufthansa litten am MDax-Ende mit minus 3,7 Prozent unter einer gestrichenen Kaufempfehlung der Investmentbank Stifel. „Bevor es besser wird, wird es erst einmal schlechter“, überschrieb Analyst Johannes Braun seine Studie zur Lufthansa.
Der Eurozonen-Leitindex EuroStoxx 50 stieg um 1,27 Prozent auf 4.947,73 Punkte. Zur Wochenmitte hatte der Index noch nachgegeben. Für den französischen Cac 40 ging es am Donnerstag um 1,34 Prozent auf 7.671,34 Zähler nach oben. Der britische FTSE 100 blieb mit plus 0,82 Prozent auf 8.272,46 Punkte etwas zurück.

USA – Dow holt auf – Gewinnmitnahmen belasten Nasdaq

Kursverluste an der boomenden Nasdaq und Kursgewinne des Leitindex Dow Jones Industrial haben am Donnerstag das Bild an den US-Börsen geprägt. Nach dem feiertagsbedingt börsenfreien Mittwoch nahmen Anleger vor allem bei den zuletzt von einem Rekordhoch zum nächsten geeilten Chip-Aktien „Geld vom Tisch“, wie es im Börsenjargon heißt, und strichen Kursgewinne ein. So gab der Auswahlindex Nasdaq 100 um 0,79 Prozent auf 19 752,30 Zähler nach. Die 20 000er Marke rückte damit wieder etwas in die Ferne. Der Dow Jones Industrial war dagegen in den vergangenen Wochen hinter dem Nasdaq 100 zurückgeblieben und machte am Donnerstag etwas Boden gut: Um 0,77 Prozent auf 39 134,76 Zähler ging es aufwärts. Der marktbreite S&P 500 hatte im frühen Handel eine weitere Höchstmarke erreicht, drehte dann jedoch wie der Nasdaq 100 ins Minus. Das betrug am Ende 0,25 Prozent auf 5473,17 Punkte. Die Titel der Halbleiterbranche, allen voran Nvidia, hatte zuletzt der Hype um Künstliche Intelligenz und die für deren Einsatz notwendigen Komponenten immer weiter nach oben getrieben. Nvidia hatten dank der Kurs-Rally von rund 170 Prozent allein in diesem Börsenjahr zuletzt sogar Microsoft und Apple als wertvollste Unternehmen in den USA abgelöst. Der Dow Jones Industrial war dagegen in den vergangenen Wochen hinter dem Nasdaq 100 zurückgeblieben und machte am Donnerstag etwas Boden gut. Um 0,5 Prozent auf 39 034 Zähler ging es mit dem Index aufwärts. Hier waren auch Titel der „Old Economy“ gefragt wie Caterpillar, Nike, McDonald’s, Merck & Co und Johnson & Johnson . Die Papiere von Dell und von Super Micro Computer legten anfangs kräftig zu, drehten dann aber ins Minus. Tesla -Chef Elon Musk hat auf seiner Plattform X(vormals Twitter) erklärt, dass beide Unternehmen sogenannte Server-Racks für einen auf Künstlicher Intelligenz basierenden Supercomputer liefern werden, den das Startup xAI des Milliardärs baut. Die Aktien der Trump Media & Technology Group brachen um 14 Prozent ein, nachdem die US-Börsenaufsichtsbehörde SEC am Dienstag einen Antrag des Unternehmens genehmigt hatte, der die Anteile der Stammaktionäre verwässern dürfte. Dabei geht es um Besitzer von Optionsscheinen, die dafür Aktien von Trump Media erhalten können.

Asien – Leichter – Hongkong sehr schwach

Am besten schlägt sich der Nikkei-Index in Tokio. Er gibt nur leicht nach auf 38.596 Punkte. Unterstützung erhält er vom erneut und diesmal deutlicher gesunkenen Yen, was günstig ist für die Exportindustrie des Landes. Er ist im Vergleich zur gleichen Vortageszeit von 158,12 Yen je Dollar auf 158,90 abgerutscht. Neue Preisdaten aus Japan sind unterdessen durchwachsen ausgefallen. In der Kernrate sank die Rate im Jahresvergleich auf 2,5 Prozent, während 2,6 Prozent erwartet wurden. Die Gesamtinflation stieg dagegen von 2,5 auf 2,8 Prozent und entfernte sich vom Inflationsziel von 2 Prozent. Tendenziell spricht das dafür, dass die japanische Notenbank, wie bereits seit langem spekuliert, ihren ultraexpansiven Kurs aufgeben könnte. Den Yen stützt dies aktuell aber nicht. Teilnehmer in Hongkong berichten von Enttäuschung im Handel, dass auf der jüngsten Lujiazui-Finanztagung in Schanghai keine Konjunkturmaßnahmen angekündigt worden seien. Die Anleger warteten somit nun auf Hinweise auf bevorstehende politische Maßnahmen von der im Juli stattfindenden Politbüro-Tagung. In Seoul ist von Gewinnmitnahmen die Rede mit Blick auf die Entwicklung bei den Technologiewerten und speziell den Highflyer Nvidia an der Wall Street. Samsung Electronics verlieren nach drei Tagen in Folge mit Gewinnen 1,2 Prozent. Für SK Hynix geht es um 2,3 Prozent nach unten. Nach der überwiegend leichteren Tendenz an der Wall Street am Vortag nach der Feiertagspause geht es an den ostasiatischen Aktienmärkten am Freitag überwiegend nach unten. Im australischen Sydney ist die Tendenz gut behauptet. Schlusslicht in der Region ist Hongkong mit einem Minus von 1,7 Prozent. In Schanghai beträgt das Minus 0,4 Prozent, in Seoul geht es um 0,8 Prozent nach unten.

Wir wünschen einen schönen Sonntag.

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1https://stock3.com/ – Daten abgerufen am 21.06.2024 – 14:00 Uhr
2LBBW Markets – das Researchportal der Landesbank Baden-Württemberg Daten abgerufen am 21.06.2024 – 14:00 Uhr
3Aktienmarktbericht, Hauck Aufhäuser Lampe und Perspektive am Morgen der dt. Bank, jeweils vom 17.06.2024
4Aktienmarktbericht, Hauck Aufhäuser Lampe und Perspektive am Morgen der dt. Bank, jeweils vom 18.06.2024
5Aktienmarktbericht, Hauck Aufhäuser Lampe und Perspektive am Morgen der dt. Bank, jeweils vom 19.06.2024
6Aktienmarktbericht, Hauck Aufhäuser Lampe und Perspektive am Morgen der dt. Bank, jeweils vom 20.06.2024
7Aktienmarktbericht, Hauck Aufhäuser Lampe und Perspektive am Morgen der dt. Bank, jeweils vom 21.06.2024

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