Marktreporting KW 49

Sehr geehrte Anlegerinnen, sehr geehrte Anleger,

am Freitag, also gerade während wir diesen Text verfassen, hat die Bundesregierung über das umstrittene Rentenpaket abgestimmt. Was das Paket enthält und warum es so umstritten ist, möchten wir Ihnen einmal kurz zusammenfassen:

1. Rentenstabilisierung

Die Bundesregierung möchte mit diesem Rentenpaket zum einen die aktuellen Rentenzahlungen stabilisieren und zum anderen dafür sorgen, dass die Rentenbeiträge in naher Zukunft nicht weiter steigen. Das klingt erstmal nach einem Widerspruch, da wir in einem Umlagesystem leben, bei welchem die aktuellen Beitragszahler die Renten tragen.

Die Kritik wird laut, dass die Generationengerechtigkeit damit nicht gewährleistet ist, da die “jungen” keinen Mehrwert an einer Rentenstabilisierung bis 2030 haben und garnicht wissen, wie hoch oder stabil die Renten in 30 bis 40 Jahren sind. Auf der anderen Seite sorgt eine Rentenstabilisierung dafür, dass auf einem höheren Niveau weiter geplant wird, von daher kommt es in Teilen doch wiederum der jungen Generation zu gute – es sei denn, es werden keine Weichen für die Zukunft gestellt.

Eine Weiche hatte die vorherige Bundesregierung zumindest schoneinmal eingeführt. Das Generationenkapital … ähnlich wie es beispielsweise schon bei div. Beamtenpensionskassen getan, wird hat die damalige Regierung beschlossen bis zum Jahr 2030 einen Kapitalstock in Höhe von 200 Milliarden Euro aufzubauen und diesen am weltweiten Geld- und Kapitalmarkt zu investieren. Diese Mittel fließen nicht aus den Rentenbeiträgen ein, sondern aus Mitteln des Bundes und sollen so für einen Ausgleich der “Generationenschaukel” sorgen. Der Umbau unsere Umlageverfahrens, hin zu einem Kapitalgedeckten Verfahrens hat also begonnen.

2. Mütterrente

Der nächste Punkt ist die sog. Vollendung der Mütterrente. Aktuell werden die Kindererziehungszeiten für die spätere Rente so angerechnet, als wenn die Mutter in dieser Zeit den von der Bundesregierung festgelegten Durchnschnittslohn verdient hätte. Dabei kommt es auf das Geburtsjahr des Kindes an. Alle vor 1992 geborenen Kinder sorgen nur für 2,5 Jahre Kindererziehungszeit, während alles danach geborenen für 3 Jahre sorgen. Die Bundesregierung möchte dies nun angleichen, in dem alle Kinder für 3 Jahre KEZ sorgen. Die entstehenden Mehrkosten wird die Bundesregierung – nicht die Rentenkasse – tragen.

3. Anschlussverbot und Aktivrente

Arbeitnehmern soll es zukünftig erlaubt sein, befristet beim selben Arbeitgeber nach Eintritt ins Rentenalter, weiter zu arbeiten. Bisher war nur eine unbefristet Anstellung nach Renteneintritt möglich, was viele Arbeitgeber vor div. rechtliche und organisatorische Probleme gestellt hat. Daher wurde meist keine Weiterbeschäftigung angeboten. Das Ziel ist klar: Die Rahmenbedingungen für einen späteren Renteneintritt zu erleichtern -> übrigens erhalten Sie einen Aufschlag auf Ihre Rente, wenn Sie erst später in Rente gehen (ähnlich den Abschlägen, wenn Sie früher in Rente gehen).

Die Aktivrente soll einen hinzuverdienst von 2.000 EUR pro Monat ohne Lohnsteuerbelastung ermöglichen. Klingt erstmal gut, allerdings sollen auf die 2.000 EUR trotzdem Sozialversicherungsbeiträge erhoben werden und der hinzuverdienst unterliegt dem Progressionsvorbehalt!

Progressionsvorbehalt? Noch nie gehört? Ist tatsächlich unter Umständen eine Mogelpackung! Denn Ihr zu versteuerendes Einkommen (also alle Einnahmen: Renten, Mieteinnahmen, etc.) werden mit dem “steuerfreien” Hinzuverdienst, von 2.000 EUR, zusammen gerechnet. Rutschen Sie dann in eine höhere Steuerprogressionsstufe (sprich einem höheren Steuersatz), dann wird dieser zwar nicht auf die 2000 EUR, allerdings auf alle anderen Einkommen berechnet.

Nachträgliche Anmerkung: Der Progressionsvorbehalt ist vom Tisch und wurde bei der Abstimmung am Freitag nicht beschlossen. Damit sind die 2.000 EUR Hinzuverdienst tatsächlich komplett Einkommenssteuerfrei.

4. Das zweite Betriebsrentenstärkungsgesetz

Der Gesetzentwurf zur Stärkung der Betriebsrenten sagt eigentlich schon aus, dass die gesetzliche Rente nur eine Teilvorsorge darstellt. In der zweiten Fassung geht es vorallem darum, den Zugang zu dieser Vorsorge für kleinere Unternehmen und Beschäftigte mit geringen Einkommen. Gerade nicht tarifgebundene Unternehmen werden hier neue Möglichgkeiten eröffnet.

Die Frage hier ist auch, ob es sich nicht um ein Geschenk an die Finanzindustrie handelt, da die meisten Beschäftigten mit geringem Einkommen häufiger die Anstellung wechseln und somit erst garnicht in den Genuss eine betrieblichen Rente kommen. Zudem liegen bei einem Arbeitgeberwechsel oft div. Stolpersteine vor, welche die Übertragbarkeit solcher Verträge beschränkt. Daher steigt die Anzahl an “stillgelegten” Altersvorsorgeverträgen immer mehr an und verfehlen ihren Zweck.

5. Frühstarterrente

Dieser Punkt ist zwar bereits beschlossen und kommt/kam daher am Freitag nicht zur Abstimmung. Wir wollten aber aufgrund der aktuellen Medienpräsenz trotzdem darauf eingehen.

Mal wieder wird ein staatlich gefördertes Altersvorsorgeprodukt entworfen. 10 Euro pro Kind, welches ab 2006 geboren worden ist, werden von unserem Staat in ein “individuelles, kapitalgedecktes Altersvorsorgeprodukt” angelegt. Die Idee stammt aus dem letzten Koalitionsvertrag und wird nun Schrittweise umgesetzt.

Aktuell soll ab 1.1.2026 mit allen 6-jährigen Kindern begonnen und dann Stück für Stück auf die nächsten Alterskohorten ausgeweitet werden. Das hängt vorallem damit zusammen, dass die Bundesregierung in ihrem aktuellen Haushalt lediglich 50 Mio. Euro für dieses Thema veranschlagt hat und somit schlicht und ergreifend zu wenig Geld vorhanden ist.

Im allgemeinen stehen viele Parameter noch garnicht fest. Bspw. welche Kriterien ein etwaiges Sparprodukt haben soll und wie diese zertifiziert werden. Betrachten wir die Vergangenheit, dann waren leider viele staatlich geförderte Anlageprodukte nur Geschenke an die Finanzwirtschaft und haben dem Sparer selbst eher wenig gebracht.

Hoffen wir dass es diesmal anders ist – im allgemeinen soll eher versucht werden, über die 10 EUR einen Anreiz zu schaffen bereits frühzeitig mit der Altersvorsorge zu beginnen und sich gedanklich mit dem Thema zu beschäftigen.

Schließlich gibt es bereits sehr viele Möglichkeiten und Lösungen in diesem Bereich, es ist leider nur ein trockenes und langweiliges Thema.

Wenn Sie einmal einen professionellen Überblick über Ihre komplette Situation erhalten möchten, stehen wir für eine umfassende Anlayse gerne bereit … und das ganze alles andere als trocken und langweilig!

Wir wünschen einen schönen Sonntag.

Wochenüberblick
 

Montag3

China
Die Stimmung in der chinesischen Industrie hat sich im November überraschend eingetrübt. Der von S&P Global ermittelte Einkaufsmanagerindex (PMI) für das verarbeitende Gewerbe von RatingDog fiel auf 49,9 Punkte von 50,6 im Oktober, wie die Konjunkturumfrage am Montag ergab. Von Reuters befragte Analysten hatten mit 50,5 Punkten gerechnet. Das Barometer rutschte damit wieder unter die Wachstumsschwelle von 50 Zählern.

Deutschland / Einzelhandel
Der Einzelhandel ist bislang noch nicht zufrieden mit dem Start ins wichtige Weihnachtsgeschäft. Es fehle der Schwung, teilte der Branchenverband HDE am Sonntag mit. In einer HDE-Umfrage berichteten 70 Prozent der Unternehmen von gesunkenen Besucherzahlen im Vergleich zum Vorjahr. “Das Weihnachtsgeschäft startet jetzt in die heiße Phase, muss aber erst noch Fahrt aufnehmen”, sagte HDE-Hauptgeschäftsführer Stefan Genth.

Deutschland / Rente
Kanzler Friedrich Merz erwartet nach eigenen Worten, dass die CDU/CSU-Bundestagsfraktion kommenden Dienstag den Weg für die Zustimmung zum unveränderten Gesetzentwurf über die Rentenhaltelinie von 48 Prozent freimachen wird. Der Vorsitzende der CDU/CSU-Bundestagsfraktion, Jens Spahn, drängt auf eine Zustimmung der jungen Abgeordneten zum Rentenpaket der schwarz-roten Koalition. “Die Mehrheit ist im Werden”, sagte Spahn am Sonntagabend in der ARD. Seine Aufgabe sei es, eine Mehrheit zu organisieren. Und er sei zuversichtlich. Auch NRW-Ministerpräsident Hendrik Wüst setzt darauf, dass die Junge Gruppe in der CDU/CSU-Bundestagsfraktion dem Rentenpaket der schwarz-roten Regierung zustimmen wird

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Quellenangaben:  3Aktienmarktbericht, Hauck Aufhäuser Lampe und Perspektive am Morgen der dt. Bank, jeweils vom 01.12.2025

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