Sehr geehrte Anlegerinnen, sehr geehrte Anleger,
diesen Freitag bzw. heute (Redaktionsschluss ist bei uns meistens Freitags) steht das große Notenbanktreffen in Jackson Hole an. Die FED-Präsidenten treffen sich 6 Flugstunden von Washington entfernt, um die weitere Zukunft der US-Zinspolitik zu besprechen.
Allen vorran wird die Rede des Vorsitzenden, Jerome Powell, mit Spannung erwartet. Themen und Zündstoff gibt es für seine Rede ja genug. Zum einen wird er vom US-Präsidenten, welcher ihn übrigens selbst damals nominiert hatte, laufend bzgl. seiner Zinspolitik attakiert, und zum anderen endet 2026 seine Amtszeit. Damit werden wir die letzte Rede des Notenbankvorsitzenden erleben.
Es geht hier um die Unabhänigkeit der Notenbank, welches Privilig über Jahrzente hochgehalten wurde und nun von der US-Administration mit füßen getreten wird.
Donald Trump bepöbelt den Chef der Notenbank Federal Reserve, regelmäßig als „Schwachkopf“ oder „Idiot“. Er droht ihm mit Rauswurf und Gerichtsprozess, nennt ihn vorzugsweise „Too late Powell“ – weil die Federal Reserve die Zinsen in der Inflation zu spät erhöht habe und jetzt viel zu langsam senke.
Der erste Vorwurf trifft. Als nach der Pandemie die Preise kletterten, erklärte Powell diesen Effekt für „vorübergehend“ und lag daneben. Die Fed begann spät mit entschlossener Inflationsbekämpfung und musste die Leitzinsen deshalb so schnell hochtreiben wie noch nie – bis 5,5 Prozent im Sommer 2023. Danach begann der Abstieg bis 4,5 Prozent im Dezember 2024.
Dass es seitdem nicht weiter nach unten ging, wie Trump es wünscht, liegt allerdings am Präsidenten selbst: Mehrere Punkte seines Programms wirken preistreibend, zum Beispiel die Zölle. So sehen sich Powell und die Mehrheit seiner Fed-Kollegen gezwungen, deren Wirkung abzuwarten. Gleichzeitig zeigt aber die US-Konjunktur erste Schwächen, und nicht nur im Weißen Haus gibt es Beobachter, die auf einen Impuls durch niedrigere Zinsen warten.
Fürs Erste wird Powell das Dilemma wohl lösen. „Die Aktienmärkte erhoffen sich ein Signal von Powell, dass sich die Tür für Zinssenkungen schon im September öffnet und sie dürften wohl nicht enttäuscht werden“, sagen verschiedene Marktbeobachter.
Aber auch weitere Zinsschritte in den nächsten Monaten sind in vielen Wertpapieren schon eingepreist. Bremst Powell in seiner Rede am Nachmittag die Erwartungen und betont die Inflationsrisiken – wofür es gute Gründe gibt – dann kann das die rekordhohen Aktienkurse schwer ins Schlingern bringen.
Doch es geht um mehr an diesem Freitag in Wyoming: Über allem schwebt die Frage, wer eigentlich die Geldpolitik in den USA bestimmt. Die Einflussnahme der US-Administration auf die Federal Reserve wird immer dreister. Offenbar glaubt die Regierung, bereits das Ruder in der Zentralbank übernommen zu haben.
Trumps Agenda ist klar: Die Inflation ist mit knapp 3 Prozent zwar immer noch zu hoch, für ihn aber abgehakt. Er sieht deshalb jede Menge Spielraum, mit niedrigen Zinsen die Wirtschaft anzukurbeln und Kredite billiger zu machen – für Hauskäufer genauso wie für den enorm verschuldeten Staat. Powell, der wirkt wie ein Professor, aber Millionen als Investmentbanker machte, hat das bisher stoisch verweigert: Das Inflationsrisiko sei zu hoch, der Bedarf für Konjunkturhilfen nicht da.
Wegen solcher Interessenkonflikte sind Notenbanken unabhängig. Entsteht der Eindruck, dass die Regierung die Geldpolitik vorgibt, wachsen die Inflationserwartungen und Investoren ziehen sich zurück – so, wie Anfang des Jahres in den USA, als die Kurse der Staatsanleihen ebenso rutschten wie der Wert des Dollar.
Dennoch verfolgt Trump die Entmachtung Powells entschlossener denn je. Gerade hat sich auch Finanzminister Scott Bessent zu Wort gemeldet und einen großen Zinsschritt gefordert – ein Affront gegenüber einer unabhängigen Zentralbank. Am Mittwoch forderte Trump den Rücktritt von Vorstandsmitglied Lisa Cook, die gerade wegen einer Immobilienfinanzierung aus der Zeit vor ihrer Fed-Tätigkeit unter Druck steht.
Ein Rückzug Cooks käme Trump gelegen. Gerade hat er eine Vakanz genutzt, um einen Vertrauten neben Powell zu platzieren: Trumps Wirtschaftsberater Stephen Miran ist ausgewiesener Fed-Kritiker und Schöpfer des berühmt-berüchtigten „Mar-a-Lago-Akkord“. Nach diesem Plan würden Besitzer amerikanischer Staatsanleihen genötigt, längere Laufzeiten und niedrigere Zinsen zu akzeptieren, damit die USA Geld sparen. Das Gedankenspiel wurde zum Schreckgespenst der Kapitalmärkte.
Im Mai 2026 endet nun Powells Amtszeit, und Trump will die Nachfolge nutzen, um seine Linie durchzusetzen. Er hat das Nominierungsrecht, der Senat mit knapper republikanischer Mehrheit beschließt. Elf Kandidatinnen und Kandidaten soll der mit der Suche beauftragte Finanzminister auf der Liste haben, und eines eint sie: Sie sind für zügige Zinssenkungen und auch sonst auf Trump-Linie.
Wir werden nächtes Jahr also mal wieder einen historischen Moment erleben, in welchem der Notenbankvorsitzende hand-in-hand mit der Regierung arbeitet. Zuminest solange, wie die replikaner den US-Präsidenten stellen …
Wir wünschen einen schönen Sonntag!
Montag3
Deutschland / Haushalt
Bundesfinanzminister Lars Klingbeil schließt angesichts einer drohenden Milliardenlücke im Haushalt 2027 Steuererhöhungen nicht aus. Letztlich brauche man ein Gesamtpaket, um die Lücke von 30 Milliarden Euro zu füllen, sagte der SPD-Chef und Vizekanzler im ZDF. “Und da nehme ich keine Option vom Tisch”, sagte er auf die Frage nach möglichen Steuererhöhungen. Menschen mit sehr hohen Einkommen und Vermögen müssten sich fragen, welchen Beitrag sie leisteten, damit es im Land gerechter zugehe. In der Koalition müsse man sich nun fragen, wo man Subventionen abbauen und soziale Sicherungssysteme reformieren könne.
Europa / USA
Beim Handelsabkommen zwischen der EU und den USA führt der “Financial Times” zufolge ein Streit über die europäischen Digitalgesetze zu Verzögerungen. Die Europäische Union wehre sich dagegen, den Digital Services Act (DSA) zum Gegenstand der Verhandlungen zu machen. Eine endgültige Fassung für das im Juli erzielte Handelsabkommen ziehe sich unter anderem deshalb hin. Bei dem Streit gehe es um über Formulierungen zu “nichttarifären Handelshemmnissen”. Die US-Seite zähle dazu auch die Digitalvorschriften der EU.
Israel
Mit einem landesweiten Streik haben tausende Israelis eine Einigung mit der radikal-islamischen Hamas gefordert, damit die im Gazastreifen festgehaltenen Geiseln freigelassen werden. Sie riefen Ministerpräsident Benjamin Netanjahu auf, durch eine Einigung den Krieg im Gazastreifen zu beenden. Im ganzen Land blockierten Demonstranten Straßen und Autobahnen, darunter die Hauptverbindung zwischen Jerusalem und Tel Aviv.
Spanien
In Spanien erschwert extreme Hitze die Löscharbeiten bei 20 größeren Waldbränden. Die Regierung entsandte am Sonntag zusätzliche 500 Soldaten zur Unterstützung der Feuerwehrleute. Die nationale Wetterbehörde rechnete in einigen Gebieten mit Temperaturen von bis zu 45 Grad Celsius. Ein Rückgang der Temperaturen werde erst ab Dienstag erwartet.
Ukraine
Führende europäische Politiker und der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj wollen nach dem Gipfeltreffen in Alaska mit US-Präsident Donald Trump das weitere Vorgehen für einen Friedensprozess abstimmen. Bundeskanzler Friedrich Merz wird dazu am Montag ebenso wie Selenskyj und andere europäische Staats- und Regierungschefs zu politischen Gesprächen in die US-Hauptstadt reisen. US-Außenminister Marco Rubio sagte, die USA würden den Europäern Sicherheitsgarantien für die Ukraine anbieten. Der US-Sonderbeauftragte Steve Witkoff erklärte, die USA könnten der Ukraine einen Nato-ähnlichen Schutz anbieten, und Russland habe einem solchen Plan erstmals zugestimmt.
USA / Zölle
Das zuletzt zugespitzte Verhältnis zwischen Indien und den USA wegen strittiger Handelsfragen bleibt Insidern zufolge angespannt. Ein für den 25. bis 29. August geplanter Besuch von US-Unterhändlern in Neu-Delhi sei abgesagt worden, sagte ein Insider Reuters. Damit verzögerten sich die Gespräche über ein angestrebtes Handelsabkommen zwischen den beiden Volkswirtschaften. Die Verhandlungen würden auf einen noch unbestimmten Termin verschoben.
Industrie / Strom
DIHK-Chef Peter Adrian hat die Erwartungen an den geplanten Industriestrompreis gedämpft. Dieser werde keine nachhaltige Verbesserung bringen, sagte er der “Rheinischen Post”. Der Strompreis für die Industrie subventioniere durch die EU-Auflagen nur 50 Prozent des Stromverbrauchs bei bestimmten Unternehmen – “und das unter zusätzlichen Auflagen, die wieder Geld kosten.” Auch die Senkung der Stromsteuer für das produzierende Gewerbe sei nur eine Fortschreibung des Status quo und keine Entlastung.
Swatch
Wegen Rassismusvorwürfen hat der Schweizer Uhrenhersteller Swatch eine Werbekampagne zurückgezogen und sich öffentlich entschuldigt. In der Werbung war ein asiatischer Mann zu sehen, der mit den Fingern seine Augen zu Schlitzen zog. Die Bilder für die Kollektion “Swatch Essentials” hatten in China für Empörung im Internet gesorgt. Viele Nutzer sahen darin eine Nachahmung rassistischer Gesten.
Dienstag4
DEUTSCHLAND/ERNTE
Der Deutsche Bauernverband präsentiert die Erntebilanz für das laufende Jahr, auf die auch die Händler an den Agrarmärkten schauen. Es wird erwartet, dass die Getreideernte im Vergleich zum vergangenen Jahr zugelegt hat. Das Regenwetter in den Sommerwochen könnte allerdings die Weizenqualität beeinträchtigt haben. Als Themen will der Verband unter anderem die Auswirkungen des Klimawandels sowie des reduzierten Düngereinsatzes auf die Landwirtschaft ansprechen.
DEUTSCHLAND/INDUSTRIE
Der Auftragsbestand der deutschen Industrie schwächelt. Das Statistische Bundesamt zieht dazu eine Bilanz für Juni. Einer Umfrage des Münchner Ifo-Instituts zufolge ist zuletzt etwa das Auftragspolster in der deutschen Chemieindustrie so dünn ausgefallen wie seit der Finanzkrise 2009 nicht mehr.
GIPFEL/MERZ
Bundeskanzler Friedrich Merz hat sich zufrieden mit den Beratungen der Europäer mit US-Präsident Donald Trump geäußert. “Das hätte auch anders verlaufen können, aber meine Erwartungen sind eigentlich nicht nur getroffen, sondern übertroffen worden”, sagte Merz in Washington nach Ende der Beratungen. Man habe konkret über vier Aspekte für eine mögliche Friedenslösung gesprochen. Mit Blick auf ein mögliches Treffen des russischen Präsidenten Wladimir Putin mit dem ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj sagte er, dass ein solcher Gipfel nur denkbar sei, wenn die Waffen schweigen. Zweitens müsse ein solches Treffen gründlich vorbereitet werden. Man wisse noch gar nicht, ob der russische Präsident wirklich den Mut haben werde, zu kommen. Drittens dürften der Ukraine keine Gebietsabtretungen aufgezwungen werden.
NAHOST
Die radikal-islamische Hamas hat einen Vorschlag für eine 60-tägige Feuerpause mit Israel angenommen. Der ranghohe Hamas-Vertreter Basem Naim erklärte auf Facebook, man habe dies den Vermittlern mitgeteilt. Ein israelischer Regierungsvertreter bestätigte, dass eine entsprechende Mitteilung der Hamas eingegangen sei. Eine Stellungnahme der Regierung in Jerusalem in der Sache lag zunächst nicht vor.
USA/GIPFEL
Bei den Beratungen zwischen US-Präsident Donald Trump und mehreren europäischen Regierungen zum Ukraine-Krieg hat es offenbar Fortschritte gegeben. Es sei in den kommenden zwei Wochen ein Treffen des ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj mit dem russischen Staatsoberhaupt Wladimir Putin angedacht worden, sagte Kanzler Friedrich Merz nach den Verhandlungen im Weißen Haus. Trump strebt nach eigenen Angaben auch ein trilaterales Treffen mit Putin und Selenskyj an. Die USA zeigten sich bereit, der Ukraine Sicherheitsgarantien zu geben und dies auch mit den Europäern zusammen zu koordinieren. Dem ukrainischen Präsidenten Selenskyj zufolge sollen die Sicherheitsgarantien für Kiew nun innerhalb von zehn Tagen ausgearbeitet werden. Das Thema etwaiger Gebietsabtretungen der Ukraine soll laut Selenskyj zwischen seiner Regierung und der in Moskau entschieden werden.
ARM
hat sich einem Insider zufolge für seine Pläne zur Entwicklung eigener Chips mit einem Experten für Künstliche Intelligenz (KI) von Amazon verstärkt. Der Konzern habe den früheren KI-Chip-Direktor Rami Sinno eingestellt, sagte eine mit der Angelegenheit vertraute Person der Nachrichtenagentur Reuters. Sinno war bei Amazon für die Entwicklung der hauseigenen KI-Chips mit den Namen Tranium und Inferentia verantwortlich.
META
Die Facebook-Mutter hat einen Markenrechtsstreit in den USA für sich entschieden. Ein Bundesrichter in Kalifornien wies eine Klage des Technologieunternehmens Metabyte ab. Die Firma habe nicht nachweisen können, dass der Name von Meta die Verbraucher in die Irre führe und eine Verbindung zwischen den beiden Unternehmen vortäusche, erklärte Richter Vince Chhabria.
SOFTBANK
Die japanische SoftBank Group steigt mit einer Investition von zwei Milliarden Dollar beim US-Chiphersteller Intel ein. Wie die beiden Unternehmen mitteilten, zahlt SoftBank 23 Dollar je Stammaktie. Die Beteiligung von knapp zwei Prozent kommt durch die Ausgabe neuer Aktien zustande. Damit wird SoftBank dem Datendienstleister LSEG zufolge zum sechstgrößten Intel-Aktionär. Die Aktie der SoftBank Group gab um 2,6 Prozent nach. Die Nachrichtenagentur Bloomberg hatte zuvor berichtet, dass auch die US-Regierung Gespräche über eine Beteiligung von zehn Prozent an Intel führe. Hintergrund ist der Druck von US-Präsident Donald Trump auf den Konzern.
USA/ENERGIE
Das US-Landwirtschaftsministerium will künftig keine Solar- und Windprojekte auf ertragreichem Ackerland mehr fördern. Dies teilte Landwirtschaftsministerin Brooke Rollins auf der Online-Plattform X mit. Das Ministerium hat nach eigenen Angaben über sein Programm “Rural Energy for America” bislang mehr als zwei Milliarden Dollar für Projekte im Bereich der erneuerbaren Energien bereitgestellt.
Mittwoch5
China
Trotz Gegenwinds für die heimische Konjunktur durch hohe US-Zölle hat Chinas Zentralbank ihre Leitzinsen zum 3. Mal in Folge unverändert gelassen. Die Notenbank beließ den einjährigen Referenzzinssatz für Unternehmenskredite (LPR) am Mittwoch bei 3,0 Prozent. Der fünfjährige LPR, der als Richtschnur für Hypothekenzinsen dient, verharrte bei 3,5 Prozent. Von der Nachrichtenagentur Reuters befragte Experten hatten dies erwartet. Die Entscheidung unterstreicht die Haltung der Regierung, eher auf gezielte Maßnahmen für einzelne Wirtschaftsbereiche zu setzen als auf eine breit angelegte geldpolitische Lockerung. Die jüngste Deeskalation im Handelsstreit zwischen Washington und Peking verringert zudem den unmittelbaren Handlungsdruck.
Deutschland
Im Streit um Milliardenlöcher im Bundeshaushalt 2026 haben Unionspolitiker von Bundesfinanzminister Lars Klingbeil (SPD) deutliche Kürzungen bei der Wärmepumpen-Förderung verlangt. CSU-Generalsekretär Martin Huber sagte am Mittwoch einem Vorabbericht der “Bild” zufolge, er sehe unter anderem Einsparpotenzial bei den Milliarden für die Wärmepumpen-Förderung. Statt von Steuererhöhungen zu sprechen, solle Klingbeil nach Einsparmöglichkeiten im Bundeshaushalt suchen, so Huber. Die Bundesförderung für energieeffiziente Gebäude sei 2025 mit rund 15,3 Mrd. €das größte Förderprogramm des Klima- und Transformationsfonds.
Israel / Syrien
Der syrische Außenminister Asaad al-Schibani hat sich am Dienstag in Paris mit einer israelischen Delegation zu Gesprächen über die Stabilisierung der Region getroffen. Dies meldet die staatliche syrische Nachrichtenagentur Sana. Im Mittelpunkt der Gespräche stehen demnach eine Deeskalation und die Nichteinmischung in die inneren Angelegenheiten Syriens. Zudem werde über die Wiederbelebung des Entflechtungsabkommens von 1974 beraten. Das Abkommen war ein wichtiger Waffenstillstandsvertrag, der damals nach dem Jom-Kippur-Krieg geschlossen wurde und in dem unter anderem eine entmilitarisierte Pufferzone auf den Golanhöhen etabliert wurde.
Japan
Die japanischen Exporte sind im Juli im Jahresvergleich um 2,6 Prozent und damit den 3. Monat in Folge gesunken. Wie aus Daten des Finanzministeriums vom Mittwoch hervorgeht, steht das Ergebnis im Gegensatz zu einem Rückgang von 2,1 Prozent, der von Wirtschaftswissenschaftlern in einer Reuters-Umfrage erwartet wurde. Die Einfuhren sanken im Juli um 7,5 Prozent gegenüber dem Vorjahr, während Ökonomen einen Rückgang um 10,4 Prozent erwartet hatten. Infolgedessen wies die Handelsbilanz ein Defizit von 117,5 Mrd. Yen (795,5 Mio. USD) auf, während die Prognose einen Überschuss von 196,2 Mrd. Yen vorsah.
Nahost
In den Bemühungen um eine Waffenruhe im Gazastreifen zeichnen sich israelischen Regierungskreisen zufolge Differenzen mit der Hamas über die Freilassung der Geiseln ab. Die israelische Regierung prüfe noch die Antwort der radikal-islamischen Palästinenser-Organisation auf einen Vorschlag von Vermittlern, erklärten zwei Regierungsvertreter. Demnach geht es dabei um eine 60-tägige Feuerpause und die Freilassung der Hälfte der noch in dem Küstengebiet festgehaltenen israelischen Geiseln. Die Hamas hatte dem Vorschlag am Montag zugestimmt. Doch wie aus israelischen Regierungskreisen verlautete, pocht Israel weiter auf die Freilassung sämtlicher 50 Geiseln. Nach Angaben Israels sind 20 von ihnen noch am Leben.
Ukraine
Die Militärchefs der Nato-Staaten wollen am Mittwoch über die Lage in der Ukraine und das weitere Vorgehen beraten. Einem US-Vertreter und einem Nato-Vertreter zufolge wird der oberste Militärbefehlshaber der Allianz, Alexus Grynkewich, die Runde über die Ergebnisse des Treffens von US-Präsident Donald Trump und dem russischen Präsidenten Wladimir Putin unterrichten. US-Generalstabschef Dan Caine werde voraussichtlich virtuell teilnehmen.
USA / FED
Die US-Notenbank veröffentlicht die Protokolle ihrer jüngsten Zinssitzung vom 29. und 30. Juli. Investoren erhoffen sich Einblick in die internen Diskussionen über den weiteren Zinspfad der Fed in diesem Jahr. Die Währungshüter hatten auf dem geldpolitischen Treffen trotz der wiederholten Zinssenkungsforderungen von US-Präsident Donald Trump den Leitzins nicht verändert. Sie beließen ihn in einer Spanne von 4,25 – 4,50 Prozent. Börsianer werden die um 20.00 Uhr MESZ anstehenden Protokolle auf Hinweise darauf abklopfen, ob die Notenbank auf ihrer kommen September-Sitzung erstmals in diesem Jahr den Schlüsselsatz lockern wird. Der nächste Zinsentscheid steht am 17. September an.
USA / Zölle
Die US-Regierung weitet ihre Stahl- und Aluminiumzölle auf Hunderte weitere Warenkategorien aus. Auf 407 zusätzliche Produktarten werde ein Zollsatz von 50 Prozent erhoben, teilte das US-Handelsministerium mit. Betroffen seien unter anderem Windkraftanlagen und deren Bauteile, Mobilkräne, Bulldozer, Eisenbahnwaggons, Pumpen und Möbel. Die Regelung trat einer Ankündigungen im US-Bundesanzeiger (Federal Register) zufolge am Montag in Kraft. Der Zoll bezieht sich dabei auf den Stahl- und Aluminiumanteil der sogenannten derivativen Produkte.
Gamescom
In Köln startet die Gamescom 2025, die weltgrößte Messe für Computer- und Videospiele. Rund 1500 Aussteller aus 72 Ländern präsentieren ihre Neuheiten, flankiert von Konzerten und E-Sport-Turnieren. Partnerland ist in diesem Jahr Thailand. Auch Streamingkonzerne wie Netflix und Disney sind vertreten. Ab Donnerstag ist die Messe auch für Privatbesucher geöffnet.
Google
Der US-Technologiekonzern stellt am Nachmittag voraussichtlich seine neue Smartphone-Reihe Pixel 10 vor. Spekulationen zufolge gehört eine Falt-Version dazu. Zudem werden neue Generationen der Smartwatch, kabelloser Kopfhörer und weiterer Zubehörteile erwartet. Google hält die Veranstaltung, an der zahlreiche Stars wie Formel 1-Rennfahrer Lando Norris oder TV-Moderator Jimmy Fallon als “Special Guests” teilnehmen sollen, zum zweiten Mal im August statt wie üblich im Oktober ab. Damit kommt der Konzern der erwarteten Vorstellung des neuen iPhones von Apple zuvor.
Intel
Die US-Regierung will eine Beteiligung am Chiphersteller als Gegenleistung für frühere staatliche Zuschüsse. Diese waren noch von der Vorgängerregierung unter Präsident Joe Biden genehmigt worden. “Wir sollten für unser Geld eine Kapitalbeteiligung bekommen”, sagte Handelsminister Howard Lutnick dem Sender CNBC. Es gehe jedoch nicht um die Kontrolle über das Unternehmen. “Wir wandeln lediglich eine unter Biden gewährte Finanzhilfe in Eigenkapital für die Trump-Regierung zugunsten des amerikanischen Volkes um”, versicherte Lutnick. Er schlug eine stimmrechtslose Beteiligung vor.
Lenovo
Nur wenige Monate nach der vollständigen Übernahme des Essener Elektronikhändlers Medion durch den IT-Konzern Lenovo geben die Chinesen den Großteil des Geschäfts der deutschen Tochter auf und spalten es in eine eigenständige Gesellschaft ab. Lenovo führe nur noch Produktion und Verkauf von Medion-PCs unter eigener Ägide fort, bestätigt eine Lenovo-Sprecherin der Wirtschaftswoche auf Anfrage. “Eine neue, von Lenovo unabhängige Gesellschaft, wird das Nicht-PC-Geschäft übernehmen.” Eine kleine Anzahl der Beschäftigten verbleibe bei Lenovo, der Großteil wechsele zur neuen Medion-Gesellschaft, heißt es bei Lenovo. Zuletzt arbeiteten rund 950 Menschen für Medion.
Meta
Der Generalstaatsanwalt von Texas, Ken Paxton, ermittelt gegen das AI Studio von Meta Platforms und das KI-Start-up Character.ai, ob die Unternehmen ihre Chatbots mit künstlicher Intelligenz irreführend als Therapeuten und Hilfsmittel für psychische Gesundheit vermarkten. Die Generalstaatsanwaltschaft gab bekannt, sie habe eine Untersuchung wegen möglicher “irreführender Geschäftspraktiken” einleitet. “Indem sie sich als Quelle emotionaler Unterstützung darstellen, können KI-Plattformen schutzbedürftige Nutzer, insbesondere Kinder, dazu verleiten, zu glauben, dass sie legitime psychologische Betreuung erhalten”, sagte Paxton in einer Stellungnahme.
TAG Immobilien
Die Immobiliengesellschaft hat im Rahmen einer Kapitalerhöhung insgesamt 12.478.291 neue, auf den Inhaber lautende Stückaktien, was rund 7,07 Prozent des bestehenden Grundkapitals der Gesellschaft entspricht, bei institutionellen Investoren platziert. Der Platzierungspreis betrug 14,90 € je neuer Aktie, womit sich ein Bruttoemissionserlös von 185,9 Mio. € ergibt, wie TAG mitteilte. Zudem sei die Aufstockung der ausstehenden Wandelschuldverschreibungen mit einer Laufzeit bis 2031 durch die Begebung neuer Schuldverschreibungen im Gesamtnennbetrag von weiteren 98 Mio. € abgeschlossen worden.
TikTok
Das Weiße Haus hat ein offizielles TikTok-Konto eingerichtet. Das Konto “@whitehouse” nahm am Dienstagabend (Ortszeit) offiziell den Betrieb auf, um die Politik des US-Präsidenten zu kommunizieren, sagte die Pressesprecherin Karoline Leavitt. “Die Trump-Administration ist bestrebt, die historischen Erfolge, die Präsident Trump dem amerikanischen Volk beschert hat, mit so vielen Zielgruppen und Plattformen wie möglich zu kommunizieren”, so Leavitt. US-Präsident Donald Trump hat eine Schwäche für die beliebte App, die mehr als 150 Mio. Nutzer in den USA hat. Er schreibt ihr zu, dass sie ihm geholfen habe, bei jungen Wählern Unterstützung zu gewinnen, als er die Demokratin Kamala Harris bei den Präsidentschaftswahlen im November 2024 besiegte.
Donnerstag6
Deutschland
Die Steuereinnahmen von Bund und Ländern sind im Juli 2025 deutlich moderater gestiegen. Im Vergleich zum Vorjahresmonat summierten sie sich auf 65,74 Mrd. €, ein Plus von 3,0 Prozent, wie aus dem Monatsbericht des Bundesfinanzministeriums hervorgeht, der am Donnerstag veröffentlicht werden soll. Im Juni hatte das Plus noch bei mehr als sieben Prozent gelegen. In den ersten sieben Monaten zusammen wurden 513,3 Mrd. € eingenommen, 7,4 Prozent mehr als im entsprechenden Vorjahreszeitraum. Im Juli gab es unter anderem größere Zuwächse bei der Lohnsteuer, Einkommensteuer, Grunderwerbsteuer und Erbschaftsteuer. Bei der Mehrwertsteuer gab es nach zuletzt stärkeren Steigerungen dagegen einen Rückgang.
Europa
Die Wirtschaft der Euro-Zone dürfte im August nahezu stagnieren. Der Einkaufsmanagerindex für Privatwirtschaft – Industrie und Dienstleister zusammen – dürfte um 0,3 Punkte auf 49,5 Zähler fallen. Das sagen die von der Nachrichtenagentur Reuters befragten Ökonomen voraus. Das an den Finanzmärkten stark beachtete Barometer signalisiert erst ab 50 Punkten ein Wachstum.
Japan
Die japanische Industrieproduktion ist im August den zweiten Monat in Folge geschrumpft. US-Zölle dämpften die Nachfrage aus dem Ausland. Der Einkaufsmanagerindex (PMI) von S&P Global für das verarbeitende Gewerbe stieg zwar auf 49,9 Punkte von 48,9 im Juli, wie eine am Donnerstag veröffentlichte Unternehmensumfrage ergab. Er blieb damit jedoch den zweiten Monat in Folge unter der Wachstumsschwelle von 50 Zählern. Im Dienstleistungssektor setzte sich das Wachstum fort, wenn auch in einem langsameren Tempo. Der entsprechende Einkaufsmanagerindex fiel von 53,6 Zählern auf 52,7. Der zusammenfassende Index für Industrieproduktion und Dienstleister stieg damit von 51,6 auf 51,9 Punkte und erreichte damit den höchsten Stand seit sechs Monaten.
Nahost
Der Generalsekretär der Vereinten Nationen, Antonio Guterres, fordert einen sofortigen Waffenstillstand in Gaza. Zuvor hatte Israel die ersten Schritte einer Operation zur Einnahme von Gaza-Stadt angekündigt. “Es ist von entscheidender Bedeutung, unverzüglich einen Waffenstillstand in Gaza zu erreichen”, sagte Guterres am Rande einer Konferenz in Japan. Dies sei nötig, um den Tod und die Zerstörung zu verhindern, die eine Militäroperation gegen Gaza-Stadt verursachen würde. Er forderte Israel zudem auf, eine Entscheidung zum Ausbau des “illegalen” Siedlungsbaus im Westjordanland rückgängig zu machen.
Russland
Die russische Zentralbank könnte ihren Leitzins von 18 Prozent noch in diesem Jahr senken, falls die Inflation rasch nachlässt. Laut Andrej Gangan, dem Leiter der geldpolitischen Abteilung der Notenbank, schließt die russische Zentralbank jedoch nicht aus, das Zinsniveau beizubehalten, um eine nachhaltige Verlangsamung des Preiswachstums zu erreichen. Einem am Donnerstag veröffentlichten Artikel der Regierungszeitung “Rossijskaja Gaseta” zufolge sagte Gangan, die Basisprognose sehe eine Inflation von sechs bis sieben Prozent im Jahr 2025 und vier Prozent in den Folgejahren vor. Dies impliziere einen durchschnittlichen Leitzins von 16,3 bis 18 Prozent von August bis Dezember dieses Jahres und zwölf bis 13 Prozent im nächsten Jahr.
USA / Europa
Laut US-Vizepräsident JD Vance sollen die europäischen Länder den Hauptanteil der Last für die Sicherheitsgarantien der Ukraine übernehmen. “Ganz gleich, welche Form dies annimmt, die Europäer werden den Löwenanteil der Last übernehmen müssen”, sagt Vance dem US-Fernsehsender Fox News. Die USA sollten zwar helfen, wenn es nötig sei, um den Krieg und das Töten zu beenden. Der US-Präsident erwarte jedoch, dass Europa hier die führende Rolle spiele.
USA / FED
Die Währungshüter der Fed, die sich auf der Juli-Sitzung der US-Notenbank für eine Zinssenkung ausgesprochen hatten, fanden laut dem Protokoll des Treffens kaum Unterstützung bei ihren Kollegen. “Nahezu alle Teilnehmer hielten es für angemessen, den Zielkorridor für den Leitzins bei dieser Sitzung bei 4,25 bis 4,50 Prozent zu belassen”, hieß es in der Mitschrift der Sitzung vom 29. und 30. Juli, die die Fed am Mittwoch veröffentlichte. Fed-Vizechefin Michelle Bowman und Fed-Gouverneur Christopher Waller hatten gegen die Entscheidung gestimmt. Sie befürworteten stattdessen eine Senkung um einen viertel Prozentpunkt, um einer weiteren Abschwächung des Arbeitsmarktes vorzubeugen. Es war das erste Mal seit 1993, dass mehr als ein Fed-Gouverneur gegen eine Zinsentscheidung votierte.
USA / Notenbanken
In Jackson Hole im US-Bundesstaat Wyoming kommen von Donnerstag bis Samstag führende Notenbanker und Ökonomen zusammen. Das diesjährige Treffen steht unter dem Motto “Arbeitsmärkte im Wandel: Demografie, Produktivität und makroökonomische Politik”. Die Veranstaltung gilt als eines der wichtigsten Treffen von Währungshütern weltweit. Mit Spannung erwartet wird die Rede von US-Notenbank-Chef Jerome Powell am Freitag, von der sich Anleger mehr Klarheit über die Lage der amerikanischen Wirtschaft und Hinweise auf eine mögliche Zinssenkung erhoffen.
USA / Trump
US-Präsident Donald Trump hat seit seinem Amtsantritt im Januar Regierungsdokumenten zufolge Anleihen von Unternehmen, Bundesstaaten und Kommunen im Wert von über 100 Millionen Dollar gekauft. Das geht aus Unterlagen der US-Behörde für Regierungsethik hervor, die am Dienstag online veröffentlicht wurden. Demnach tätigte der Präsident seit dem 21. Januar, einen Tag nach seiner zweiten Amtseinführung, mehr als 600 Finanzgeschäfte. So erwarb Trump unter anderem Unternehmensanleihen der Banken Citigroup und Morgan Stanley sowie der Facebook-Mutter Meta und der TelekomTochter T-Mobile US. Vom US-Präsidialamt gab es am Mittwoch zunächst keine Stellungnahme.
Condor
Die Fluggesellschaft ist optimistisch, Marktanteile im innerdeutschen Luftverkehr zu gewinnen und neben der Lufthansa bestehen zu können. Dies ungeachtet einer Niederlage vor dem Oberlandesgericht Düsseldorf, das am Mittwoch eine Entscheidung des Bundeskartellamts aus dem Jahr 2022 aufhob, wonach die Lufthansa Condor Zubringerflüge zu Sonderkonditionen anbieten musste. “Die Zahl der Passagiere steigt kontinuierlich, die Zubringer zur Langstrecke, die unser Ergebnisbringer ist, funktioniert”, sagte Condor-Chef Peter Gerber dem Fachdienst Tagesspiegel Background Verkehr & Smart Mobility. “Es gibt eindeutig einen Markt für uns”, sagte er. Da Condor erst seit etwa drei Monaten innerdeutsch fliege, sei es zu früh, um über konkrete Ergebnisse zu sprechen.
Google
Bei der Vorstellung seiner Pixel-Smartphones rückt der Konzern Künstliche Intelligenz (KI) erneut in den Mittelpunkt. Die Alphabet-Tochter präsentierte unter anderem die Funktion “Coach”. Sie soll Nutzern helfen, bessere Fotos zu schießen. Ein digitaler Assistent soll zudem auch ohne explizite Aufforderung jederzeit relevante Informationen auf dem Handy-Display anzeigen. Während eines Anrufs bei einer Airline könne er beispielsweise die Bestätigungsmail mit der Buchungsnummer anzeigen.
Meta
Der Facebook-Mutterkonzern Meta Platforms hat einem Medienbericht zufolge die Einstellungen in seiner Sparte für Künstliche Intelligenz (KI) ausgesetzt. Zuvor hatte das Unternehmen mehr als 50 Forscher und Ingenieure neu angestellt, berichtete das “Wall Street Journal”.
Porsche
Der Autobauer plant offenbar, einen großen Teil der Mitarbeiter bei der Batterietochter Cellforce zu entlassen. Bei der Arbeitsagentur Reutlingen hat der Autohersteller eine Massenentlassung angezeigt. Das erfuhr das Handelsblatt aus Unternehmenskreisen. Die IG Metall bestätigte den Eingang einer entsprechenden Mitteilung. Konkret sollen etwa 200 Beschäftigte am Standort Kirchentellinsfurt (bei Tübingen) gehen. Insgesamt arbeiten dort 286 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter für Cellforce. Zunächst hatte der Spiegel berichtet.
Walmart
Der weltgrößte Einzelhändler legt seine Zahlen für das zweite Quartal vor. Diese gelten als wichtiger Indikator für die Konsumlaune in den USA. Analysten erwarten einen Umsatzanstieg um vier Prozent auf 176 Milliarden Dollar und einen Gewinn je Aktie von 74 Cent, was einem Plus von elf Prozent entspräche. Im Fokus der Anleger dürfte jedoch der Ausblick stehen. Investoren werden auf Hinweise achten, wie sich die Abkühlung am Arbeitsmarkt und die steigende Inflation auf die Nachfrage auswirken.
Freitag7
Deutschland
Die deutsche Wirtschaft ist im zweiten Quartal wegen des Zollstreits mit ihrem wichtigsten Handelspartner USA wohl geschrumpft. Das Bruttoinlandsprodukt dürfte von April bis Juni um 0,1 Prozent zum Vorquartal gesunken sein. Das Statistische Bundesamt veröffentlicht dazu eine zweite Schätzung. In den ersten drei Monaten des Jahres hatte es noch zu einem Wachstum von 0,3 Prozent gereicht.
Russland
Russlands Präsident Wladimir Putin fordert Insidern zufolge von der Ukraine den vollständigen Verzicht auf die östliche Donbass-Region sowie eine neutrale Haltung des Landes. Zudem müsse die Regierung in Kiew auf eine Nato-Mitgliedschaft verzichten und es dürften keine westlichen Truppen im Land stationiert werden, meldete die Nachrichtenagentur Reuters unter Berufung auf drei mit den Überlegungen des Kreml vertraute Personen. Ihre Darstellung geht auf die Forderungen zurück, die Putin bei einem Treffen mit US-Präsident Donald Trump in Alaska unterbreitet habe. Eine Stellungnahme aus Kiew, der USA oder von der Nato lag zunächst nicht vor.
USA / FED
Fed-Chef Jerome Powell hält am Nachmittag auf dem Notenbanksymposium in Jackson Hole im US-Bundesstaat Wyoming eine mit Spannung erwartete Schlüsselrede. Investoren erhoffen sich von ihr Hinweise auf eine mögliche Zinssenkung der Federal Reserve im September und mehr Klarheit zur Entwicklung der US-Inflation sowie des Arbeitsmarktes. Am Finanzmarkt wird die Wahrscheinlichkeit einer Zinssenkung im September um einen viertel Prozentpunkt derzeit auf mehr als 80 Prozent taxiert. Es wäre der erste Zinsschritt der Fed nach unten in diesem Jahr.
Meta
Der Facebook-Mutterkonzern Meta hat einem Medienbericht zufolge einen milliardenschweren Cloud-Vertrag mit der Google-Mutter AlphabetGOOGL.Ogeschlossen. Der Vertrag habe ein Volumen von mehr als zehn Milliarden Dollar, berichtete die Technologie-Publikation “The Information” unter Berufung auf zwei mit der Angelegenheit vertraute Personen. Im Rahmen der Vereinbarung werde Meta die Server, den Speicher, das Netzwerk und andere Dienste von Google Cloud nutzen. Die Nachrichtenagentur Reuters konnte den Bericht zunächst nicht überprüfen.
Südzucker
Europas größter Zuckerkonzern nimmt die Umsatz- und Gewinnerwartungen für das laufende Geschäftsjahr deutlich zurück. Der Umsatz werde 2025/26 (per Ende Februar) auf 8,3 bis 8,7 (Vorjahr: 9,7) Milliarden Euro zurückgehen, teilte das Unternehmen mit. Bisher hatte Südzucker 8,7 bis 9,2 Milliarden in Aussicht gestellt. Auch das operative Ergebnis (Ebitda) werde stärker einbrechen als gedacht – um bis zu 35 Prozent auf 470 bis 570 (723) Millionen Euro. In der dominierenden Zuckersparte seien die Weltmarktpreise weiter niedrig, auf dem EU-Markt stiegen die Preise zwar, aber nicht so stark wie erhofft, begründete Südzucker die Korrektur.
Ottobock
Der weltgrößte Prothesen-Hersteller Ottobock will einem Insider zufolge im Frühherbst einen neuen Anlauf an die Frankfurter Börse nehmen und peilt dabei eine Bewertung von mehr als sechs Milliarden Euro an. Die Eigentümerfamilie Näder könne dabei 25 bis 30 Prozent der Anteile abgeben, aber auch mehrere kleinere Schritte seien eine Option, sagte eine mit den Plänen vertraute Person der Nachrichtenagentur Reuters. Die Erstnotiz des Unternehmens aus dem niedersächsischen Duderstadt sei zwischen Ende September und Mitte Oktober geplant. Das “Handelsblatt” hatte zuerst darüber berichtet. “Wir sind bereit für einen möglichen Börsengang”, zitierte die Zeitung Vorstandschef Oliver Jakobi.
Kapitalmärkte
| Märkte | Aktueller Indexstand | Veränderung Vorwoche |
| DAX | 24.225,67 | – 0,55 % |
| EuroStoxx50 | 5.467,59 | 0,15 % |
| S&P500 | 6.375,26 | – 1,16 % |
| NASDAQ100 | 23.142,58 | – 2,40 % |
| MSCI Emerging Markets | 1.272,55 | – 0,18 % |
| MSCI World | 4.128,71 | – 1,12 % |
Rohstoffe
| Rohstoff | Bewertung | Veränderung Vorwoche |
| Gold | 3.326,84 $/oz. | – 0,23% |
| Brent (Öl) | 67,98 $/bbl. | 2,21 % |
Zinsen
| Geldmarkt | Zins p. a. |
| EZB Einlagensatz | 2,00 % |
| 3-M-Euribor | 2,03 % |
| FED-Leitzins | 4,50 % |
| Tagesgeldsatz Japan | 0,48 % |
| Tagesgeldsatz UK | 3,97 % |
| Rentenmarkt | Rendite p. a. |
| 5J Bund | 2,23 % |
| 10J Bund | 2,67 % |
| 10J US-Treasury | 4,27 % |
| 10J JGB (Japan) | 1,60 % |
| 10J Gilts (UK) | 4,67 % |
Währung2
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Die Stimmung ist Uneinheitlich
Der Dax ist am Donnerstag vor Beginn des Notenbanker-Treffens in den USA auf der Stelle getreten. Anleger wollen offenbar zunächst neue geldpolitische Signale abwarten und positionieren sich entsprechend vorsichtig. Zudem lassen Fortschritte bei den Friedensbemühungen im Ukraine-Krieg auf sich warten. Der Dax schloss nach einem lethargischen Handel mit 0,07 Prozent im Plus bei 24.293,34 Punkten. Er fiel vorübergehend auf den niedrigsten Stand seit einer Woche. Das vor sechs Wochen erreichte Rekordhoch bei 24.639 Zählern ist zuletzt wieder ein wenig aus dem Blick geraten.
Die US-Börsen haben am Donnerstag moderat nachgegeben. Die zunächst etwas deutlicheren Auftaktverluste verringerten sich im Anschluss an veröffentlichte Konjunkturdaten. Das Hauptaugenmerk ist aber bereits auf Freitag gerichtet, denn US-Notenbankchef Jerome Powell wird dann auf der Notenbankenkonferenz in Jackson Hole reden.
Der Dow Jones Industrial beendete den Tag 0,34 Prozent tiefer auf 44.785,50 Punkten. Zwei Tage zuvor war er noch über 45.200 Zähler auf ein Rekordhoch geklettert. Nachdem der bekannteste Wall-Street-Index einen kleinen Teil der Gewinne wieder abgegeben hatte, zeigte er sich seither stabil. Der marktbreite S&P 500 hatte vor rund einer Woche eine Bestmarke erreicht. Am Donnerstag gab er um 0,40 Prozent auf 6.370,17 Punkte nach. Der überwiegend mit Technologiewerten bestückte Nasdaq 100 verlor 0,46 Prozent auf 23.142,58 Zähler.
Die Börse in Tokio zeigt sich mit leichten Abgaben, der Nikkei-225 fällt um 0,1 Prozent. Im Juli kühlte sich zwar die Verbraucherinflation leicht ab, lag jedoch weiterhin deutlich über dem Ziel der Bank of Japan (BoJ) von 2,0 Prozent, was die Erwartungen einer bevorstehenden Zinserhöhung verstärkt.
Dagegen geht es für die chinesischen Börsen leicht nach oben. Der Schanghai-Composite klettert um 0,7 Prozent und der Hang-Seng-Index erhöht sich um 0,3 Prozent. Hier stützen erneut die Hoffnungen des Marktes auf weitere Stimulierungsmaßnahmen, um die Wirtschaft anzukurbeln. In Australien reduziert sich der S&P/ASX 200 um 0,3 Prozent. In Seoul setzt sich die Erholung des Vortages dagegen fort. Für den Kospi geht es um weitere 0,7 Prozent nach oben.
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1https://stock3.com/ – Daten abgerufen am 22.08.2025 – 10:00 Uhr
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3Aktienmarktbericht, Hauck Aufhäuser Lampe und Perspektive am Morgen der dt. Bank, jeweils vom 18.08.2025
4Aktienmarktbericht, Hauck Aufhäuser Lampe und Perspektive am Morgen der dt. Bank, jeweils vom 19.08.2025
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