Sehr geehrte Anlegerinnen, sehr geehrte Anleger,
unsere italienischen Nachbarn können ja vieles. Vespa, Ferarri und Co. wecken Emotionen – das italinische Lebensgefühl beschreibt Sonne, Sommer Sonnenschein und Genuss pur. Italien gehört zu den beliebtesten Reisezielen der deutschen – wo kann man besser das Leben genießen als in einer schönen Trattoria mit gutem Essen, einem Glas Wein und gutem Wetter?
In Finanzkreisen waren die Italiener allerdings nie groß vorne mit dabei. Wir erinnern uns an die hohe Staatsverschuldung oder die italienische Bankenkrise 2016 … italenische Gründlichkeit ist halt keine deutsche Gründlichkeit!
Nun, fast 10 Jahre später, hat sich das Blatt allerdings extrem gewendet. Am Beispiel der italienischen Banken sieht man, wie aus Krisen gelernt werden kann.
Plötzlich greift eine italienische Großbank nach einer der größten deutschen Geschäftsbanken: inzwischen ist die UniCredit der größte Aktionär der Commerzbank. Eben diese Bank kennt sich mit Übernahmen in Deutschland aus und hat mit der damaligen Übernahme der HypoVereinsbank einen “italenischen Platzhirsch” in Deutschland geschaffen.
Die neueste und spannendes Meldung aus Bankkreisen ist zudem, dass die italenischen Institute inzwischen zu den resillientesten Instituten der EU zählen. Da stellt sich die Frage, ob die deutsche Einlagensicherung wirklich so sicher ist, wie vielen vermuten und evtl. doch nichts dagegen spricht, ein Festgeld/Tagesgeld in Italien zu eröffnen ?
Wobei sich die Zinsen hier stark an das deutsche Niveu angeglichen haben … Sie erhalten zwar noch höhere Zinsen wie hierzu Lande, allerdings bei weitem nicht mehr so viel höher, wie noch vor ein paar Jahren.
Woran wird die Widerstandsfähigkeit von Banken nun eigentlich gemessen und wie kommen wir zu dieser Aussage?
Anfang August hat die EBA (Europäische Bankenaufsicht) in Zusammenarbeit mit der EZB (Europäische Zentralbank) die Ergebnisse der aktuellen Stresstests veröffentlich. In diesen Stresstests müssen alle Banken sich einem Planspiel unterziehen und verschiedene Szenarien durchgehen.
Im “schlimmsten” Szenario wird so getan, als ob es zu einer schweren globalen Rezession kommt, die geopolitischen Spannungen alle eskalieren, es zu einem weltweiten Protektionismus kommt und damit sehr hohe Zölle simmuliert.
Aufgrund dieses Sezanrios wird nun berechnet, wie sich die Eigenkapitalquoten der Banken verändern. Genauer gesagt die CET1-Quote (Common Equity Tier 1 Quote), also das harte Eigenkapital im Verhältnis zu ihrer risikogewichteten Aktiva (bspw. die ausgegebenen Kredite). Zum CET1 gehören bspw. die Einlagen aus ausgegebenen Aktien oder (falls Sie Kunde einer Genossenschaftsbank sind) die Einlagen aus ausgegebenen Genossenschaftsanteilen.
Das Eigenkapital schrumpft logischerweise, wenn Banken Verluste machen, was aufgrund des “schlechtesten Szenarios” dann eintreten würde.
Nun zu den Zahlen: Im Schnitt stehen die europäischen Banken sehr gut da. Das CET1 sinkt im Schnitt um 3,7 %, was weitaus geringer ist, wie noch 2023.
Unsere italienischen Nachbarn wären lediglich mit 1,5 % EK-Quoten-Rückgang betroffen, während unsere hiesigen Banken mit 4 % sogar über dem europäischen Durchschnitt liegen. Die einzigen, die besser als Italien abschneiden sind Portugal mit 0,5 %, Schweden mit 1 % und Ungarn, Griechenland, Polen und Norwegen mit knapp über 1 %.
Italien, Ungarn und Griechenland – genau die Kandiaten, die in der Finanzkrise, Eurokrise und weiteren Krisen in den Schlagzeilen waren haben anscheinend aus Ihren Fehlern gerlernt und übertreffen uns nun bei weitem.
Ein Blick über den Tellerand, der zeigt, wie sich die Verhältnisse und wirtschaflichen Gegebenheiten auf der Welt laufend verschieben. In unserer Branche ist nichts in Stein gemeißelt und muss laufend überprüft und beobachtet werden.
Genau hierfür sind wir für Sie da!, damit Sie sich um andere Dinge kümmern können.
Daher können Sie sich zurücklehnen und die Sommerferien genießen. Wettertechnisch ist der Sommer ja wieder zurück.
Wir wünschen einen schönen Sonntag!
Montag3
China / Russland
Inmitten zunehmender Spannungen zwischen Russland und den USA haben Russland und China ein seit längerem geplantes Marinemanöver im Japanischen Meer begonnen. Teil des bis Dienstag vorgesehenen Manövers seien Artillerieübungen, Einsätze gegen U-Boote und Flugabwehr sowie Such- und Rettungsaktionen, berichtete die russische Agentur Interfax unter Berufung auf die Pazifikflotte des Landes. Russland hatte das Manöver am Mittwoch angekündigt und erklärt, es sei “defensiver Natur” und nicht gegen andere Länder gerichtet. Anrainer des Japanischen Meeres sind neben Japan und Russland auch Nord- und Südkorea.
Europa / Banken
Die großen Banken in der EU sind einem Stresstest zufolge stark genug, um eine Konjunkturkrise zu überstehen. Dies ergab der Check der Europäischen Bankenaufsicht (EBA). Im Mittelpunkt stand ein adverses Szenario. Dieses simuliert geopolitische Spannungen, auch im Handel, mit einer über drei Jahre hinweg tiefgreifenden Rezession in der EU und anderen Währungsräumen. Dabei wurde auch ein starker Anstieg von Arbeitslosigkeit und Inflation unterstellt. Die Ergebnisse deuten laut EBA darauf hin, dass das EU-Bankensystem diesem Szenario standhalten könnte.
Nahost
Die radikal-islamische Hamas ist nach eigenen Angaben zur Zusammenarbeit mit dem Roten Kreuz bereit, um von ihr im Gazastreifen festgehaltenen Geiseln Hilfe zukommen zu lassen. Jede Koordinierung mit dem Roten Kreuz hänge aber davon ab, dass Israel dauerhaft humanitäre Korridore öffne und Luftangriffe während der Hilfe-Verteilung einstelle. Vorausgegangen war ein von der Hamas veröffentlichtes Video eines abgemagerten Gefangenen, das in vielen Ländern auf schwere Kritik gestoßen war. Bislang hat die Hamas humanitären Organisationen jeglichen Zugang zu den Geiseln verwehrt.
Opec
Das Ölkartell will seine Fördermenge erneut deutlich anheben und damit seinen Kurs zur Rückgewinnung von Marktanteilen fortsetzen. Die von Saudi-Arabien und Russland angeführte Allianz einigte sich darauf, die Produktion im September um 547.000 Barrel pro Tag (bpd) zu erhöhen. Zur Begründung nannte die Gruppe der Organisation erdölexportierender Länder (Opec) und ihrer Verbündeten eine robuste Weltwirtschaft und niedrige Lagerbestände.
Polen
Polen verlängert seine Kontrollen an den Grenzen zu seinen EU-Nachbarn Deutschland und Litauen bis zum 4. Oktober. “Wir haben beschlossen, diese vorübergehenden Kontrollen für zwei weitere Monate beizubehalten”, erklärte Innenminister Marcin Kierwinski. Im September würden weitere Entscheidungen getroffen. Polens europäische Partner zeigten dafür volles Verständnis. Die Kontrollen zielten darauf ab, die Migrationsroute über Litauen und Lettland zu schließen.
Schweiz
Nach der Androhung von US-Präsident Donald Trump, schon ab dieser Woche hohe Einfuhr-Zölle von der Schweiz zu verlangen, trifft sich das Berner Kabinett zu einer Sondersitzung. Das kündigte Wirtschaftsminister Guy Parmelin an. Man müsse zunächst verstehen, warum Trump sich so entschieden habe. Die Regierung wolle aber schnell handeln, bevor die Zölle am 7. August in Kraft treten. Man werde alles tun, um guten Willen zu zeigen und das Schweizer Angebot an die USA überarbeiten. Trump hatte am Freitag überraschend hohe Zölle von 39 Prozent auf Schweizer Waren angekündigt und damit die exportorientierte Schweizer Wirtschaft alarmiert. An der Schweizer Börse, die am Freitag geschlossen hatte, wird zum Wochenstart mit fallenden Kursen gerechnet.
USA
Die USA verschärfen ihre Kritik daran, dass Indien Öl aus Russland kauft. Stephen Miller, Vize-Stabschef im Weißen Haus, sagte dem Sender Fox News, Präsident Donald Trump habe sehr deutlich gemacht, dass es nicht akzeptabel sei, dass Indien Russlands Krieg in der Ukraine weiter durch Käufe von russischem Öl finanziere. “Die Menschen werden schockiert sein, wenn sie erfahren, dass Indien beim Kauf von russischem Öl praktisch mit China gleichauf liegt”, sagte Miller. Russland ist mit einem Anteil von rund 35 Prozent wichtigster Öllieferant Indiens.
Berkshire Hathaway
Wenige Monate vor dem geplanten Abschied des Starinvestors Warren Buffett schreibt sein Unternehmen erneut Milliarden auf seine Beteiligung am kriselnden Lebensmittelkonzern Kraft Heinz ab. Der Bewertungsabschlag auf den zuletzt gut 27-prozentigen Anteil an dem Ketchup- und Soßenhersteller schlägt nach Steuern mit 3,76 Milliarden Dollar zu Buche, wie Berkshire zur Quartalsbilanz mitteilte. Unter anderem deswegen brach der Nettogewinn des Konglomerats im zweiten Quartal um 59 Prozent auf 12,37 Milliarden Dollar ein.
Danone
Der französische Lebensmittelkonzern prüft zum 3. Mal in weniger als einem Jahr eine Übernahme des Kefirherstellers Lifeway Foods. Wie aus einer Eingabe bei der US-Börsenaufsicht (SEC) hervorgeht, haben beide Unternehmen am Freitag eine Vertraulichkeitsvereinbarung abgeschlossen, um Danone die weitere Prüfung einer möglichen Übernahme zu erleichtern. Lifeway-Vertreter hätten Ende Juni Gespräche mit Danone-Vertretern aufgenommen, um die Beziehung neu zu gestalten und Übernahmeverhandlungen zu beginnen, heißt es in dem SEC-Antrag. Die Unternehmen haben nun bis zum 15. September Zeit, mit der Möglichkeit einer einwöchigen Verlängerung, eine Einigung zu erzielen. Danone besitzt rund 23 Prozent der Lifeway-Aktien, nachdem man mit Lifeway eine Aktionärsvereinbarung geschlossen hatte.
Palantir
In der Diskussion um die polizeiliche Nutzung der Analysesoftware Gotham des US-Unternehmens Palantir hat sich Digitalminister Karsten Wildberger (CDU) offen für die Anwendung des umstrittenen Programms gezeigt. “Menschen und Staaten, die andere wertepolitische Vorstellungen haben und ganze Länder bedrohen, nutzen zunehmend Technologie. Wir sollten ebenfalls Technologien nutzen, um unseren Staat und unsere Demokratie zu schützen. Wenn ein Anbieter eine solche Technologie bereitstellt, sollten wir in sie investieren”, sagte Wildberger den Zeitungen der Funke Mediengruppe. “Wir sollten aber auch europäische Unternehmen haben, die solche Lösungen bieten können.”
Tesla
Ein Geschworenengericht im US-Bundesstaat Florida hat den Autobauer nach einem tödlichen Unfall mit einem Autopiloten zur Zahlung von 243 Mio. USD verurteilt. Die Klage bezog sich auf einen Unfall vom April 2019, bei dem ein Mann mit seinem Tesla Model S mit etwa 100 km pro Stunde über eine Kreuzung gefahren und in einen geparkten Chevrolet geprallt war. Dessen beide Insassen standen neben dem Wagen am Seitenstreifen. Eine der beiden Personen wurde dabei getötet, die andere schwer verletzt. Tesla kündigte Berufung an.
UBS
Die Schweizer Großbank hat in den USA einen Rechtsfall beigelegt, den sie durch Übernahme der Credit Suisse (CS) im Jahr 2023 geerbt hatte. Mit dem US-Justizministerium (DOJ) sei eine Einigung erzielt worden, um eine Altlast im Zusammenhang mit ausstehenden Verpflichtungen aus einer 2017 getroffenen Vereinbarung zwischen dem DOJ und der CS für ihr altes Residential-Mortgage-Backed-Securities-Geschäft (RMBS) zu regeln, erklärte die UBS. Im 3. Quartal 2025 erwartet die UBS eine Gutschrift im Bereich “Non-core and Legacy” durch die Auflösung einer Eventualverbindlichkeit, die im Zusammenhang mit der CS-Übernahme gebildet wurde.
Dienstag4
Deutschland
Im Zollstreit mit den USA will sich Bundesfinanzminister Lars Klingbeil (SPD) bei einem Treffen mit seinem US-Kollegen Scott Bessent für eine Quotenregelung bei Stahlimporten einsetzen. “Das wäre für die deutsche Stahlbranche, für viele Arbeitsplätze in Deutschland, sehr wichtig, und das ist eins der Themen, das ich heute ansprechen werde”, sagte Klingbeil in Washington vor einem Arbeitstreffen mit Bessent. Er sei froh darüber, dass es eine Einigung zwischen der Europäischen Union (EU) und den USA gebe. “Gleichwohl gibt es noch einige Dinge, die ausbuchstabiert werden müssen”.
Japan
Der Dienstleistungssektor ist im Juli so schnell gewachsen wie seit fünf Monaten nicht mehr. Wie eine Umfrage im Privatsektor ergab, ist dies der regen Inlandsnachfrage zu verdanken, die einen starken Rückgang der Exportaufträge und schwächere Touristenzahlen ausglich. Der endgültige S&P Global Japan Services Einkaufsmanagerindex (PMI) kletterte im Juli auf 53,6 von 51,7 im Juni und verzeichnete damit die stärkste Expansion seit Februar.
UN Israel
Der Sicherheitsrat der Vereinten Nationen befasst sich nach Angaben des israelischen Außenministeriums in einer Sondersitzung mit der Situation der israelischen Geiseln im Gazastreifen. Nach Angaben israelischer Behörden befinden sich derzeit noch 50 Geiseln in der Gewalt der radikal-islamistischen Hamas. Von ihnen sollen noch 20 am Leben sein. Am Samstag hatte die Hamas ein Video der israelischen Geisel Evyatar David veröffentlicht. Darin ist der schwer abgemagerte David zu sehen, wie er ein Loch gräbt, das nach seinen Worten für sein eigenes Grab bestimmt ist. Das hatte zu Entsetzen und scharfer Kritik aus Israel und zahlreichen anderen Ländern geführt.
USA
Die US-Dienstleister dürften ihr Wachstumstempo im Juli beschleunigt haben. In einer Reuters-Umfrage erwarten Ökonomen einen Anstieg des vom Institut ISM erstellten Barometers auf 51,5 Zähler, nach 50,8 Punkten im Juni. Die Wachstumsschwelle liegt bei 50 Zählern. Zuletzt hatte sich die Talfahrt der Industrie laut der ISM-Umfrage beschleunigt. Damit wurden Konjunktursorgen verstärkt, die überdies durch eine spürbare Abkühlung des Arbeitsmarkts genährt werden.
USA / Banken
Die US-Regierung plant einem Medienbericht zufolge Strafen für Banken wegen politisch motivierter Kundenkündigungen. Das Weiße Haus bereite eine entsprechende Verordnung vor, berichtete das “Wall Street Journal” (WSJ) unter Berufung auf einen Entwurf. Demnach soll die Bankenaufsicht mögliche Verstöße gegen Gesetze zur Chancengleichheit bei der Kreditvergabe oder zum Verbraucherschutz untersuchen. Bei Verstößen seien Geldstrafen oder andere Disziplinarmaßnahmen vorgesehen. Die Verordnung könnte bereits in dieser Woche unterzeichnet werden.
Adtran Networks
Der Mobilfunk- und Cloud-Netzausrüster schreibt weiter rote Zahlen. Der Umsatz stieg im zweiten Quartal zwar um 1,5 Prozent auf 109,7 Mio. €, wie das Münchner Unternehmen mitteilte. Der Verlust vor Zinsen und Steuern vergrößerte sich aber zugleich auf 7,4 (Vorjahr: minus 2,7) Mio. €. Die Gründe dafür seien hauptsächlich steigende Produktkosten sowie gestiegene Ausgaben für Forschung, Entwicklung, Vertrieb und Marketing, erklärte die Tochter des US-Konzerns Adtran Holdings. Im Umsatzanstieg machten sich die Erholung der Nachfrage und die Normalisierung der Lagerbestände bemerkbar.
AMD
Die Quartalsergebnisse des Chip-Herstellers stehen erneut im Zeichen Künstlicher Intelligenz (KI). AMD will mit seinen vor wenigen Wochen vorgestellten Prozessoren dem Weltmarktführer Nvidia
Marktanteile abjagen. In diesem Geschäftsbereich erwartet Konzernchefin Lisa Su im laufenden Jahr zweistellige Wachstumsraten.
BP
Das Energieunternehmen hat große Öl- und Gasvorkommen vor der Küste Brasiliens gefunden. Es könnte die größte Entdeckung seit 25 Jahren sein. Der Konzern kündigte an, die Daten der Exploration zu prüfen, um das Potenzial der Entdeckung zu bewerten. BP hat geplant, seine Fördermenge bis 2030 auf bis zu 2,5 Mio. Barrel am Tag von 2,3 Mio. im vergangenen Jahr zu erhöhen.
Continetal
Der Autozulieferer aus Hannover legt zum letzten Mal vor seiner Aufspaltung Geschäftszahlen vor. Vom Unternehmen befragte Analysten rechnen im Schnitt mit einem Umsatz von knapp 9,7 Mrd. €und einem bereinigten Betriebsgewinn von 663 Mio. €. Die Continental-Autosparte wird im September unter dem Namen Aumovio an die Frankfurter Börse gebracht. Die Sparte ContiTech, die etwa Gummischläuche für die Industrie fertigt, soll im kommenden Jahr verkauft werden.
DHL Group
Die Zahlen des Bonner Logistikriesen werden zeigen, wie stark er die Folgen der Zollpolitik von US-Präsident Donald Trump zu spüren bekommt. Analysten erwarten beim Umsatz im Mittel rund 21 Mrd. € und damit ein leichtes Plus, der operative Gewinn dürfte bei etwa 1,3 Mrd. € stagnieren. Finanzchefin Melanie Kreis hatte im April gesagt, der Konzern habe einen verhaltenen Start ins zweite Quartal verzeichnet. Konkurrent UPS hatte für das Quartal bereits einen Umsatz- und Gewinnrückgang gemeldet.
Fresenius Medical Care
Der Dialysekonzern hat im 2. Quartal dank seines Sparkurses mehr verdient. Das bereinigte operative Ergebnis stieg um neun Prozent auf 476 Mio. €, wie das Unternehmen mitteilte. Analysten hatten FMC im Mittel mit 492 Mio. € aber etwas mehr zugetraut. Das Unternehmen erzielte zusätzliche nachhaltige Einsparungen von 58 Mio. €. Der Umsatz stieg von April bis Juni um ein Prozent auf 4,79 Mrd. €. Währungsbereinigt stand ein Plus von fünf Prozent zu Buche. Die Prognose für das Gesamtjahr wurde bestätigt.
Palantir
Der Datenanalyse-Spezialist hat dank der starken Nachfrage nach KI-Dienstleistungen seine Umsatzprognose zum zweiten Mal in diesem Jahr angehoben. Für 2025 würden nun zwischen 4,14 und 4,15 Mrd. USD erwartet, teilte Palantir mit. Analysten hatten mit 3,90 Mrd. USD gerechnet. Im abgelaufenen 2. Quartal übertraf Palantir mit einem Umsatz von rund einer Milliarde Dollar und einem bereinigten Gewinn von 16 Cent je Aktie die Erwartungen. Zum Wachstum trugen das Geschäft mit Regierungen und mit Unternehmen bei.
Mittwoch5
FED
US-Präsident Donald Trump will nach eigenen Angaben in den kommenden Tagen einen Kandidaten für den vakant werdenden Sitz im Direktorium der US-Notenbank bestimmen. Die Entscheidung werde bis Ende der Woche gefällt, sagte Trump. Mit Blick auf die Nachfolge des Fed-Chefs Jerome Powell sagte Trump, es gebe vier Kandidaten. Dabei gehe es um “zwei Kevins” und zwei andere Personen. Mit den “zwei Kevins” sind mutmaßlich Trumps Wirtschaftsberater Kevin Hassett und der ehemaligen Fed-Direktor Kevin Warsh gemeint. Die anderen beiden Namen nannte Trump nicht.
USA/RUSSLAND
Der US-Sondergesandte Steve Witkoff ist einem Insider zufolge in Moskau eingetroffen. Er sei am Flughafen von dem russischen Gesandten Kirill Dmitrijew begrüßt worden. US-Präsident Donald Trump hat Russland ein Ultimatum bis Freitag gestellt, einer Beendigung des russischen Krieges gegen die Ukraine zuzustimmen. Andernfalls drohen Russland und seinen Handelspartnern neue Sanktionen der USA.
DEUTSCHLAND/RENTE
Die Bundesregierung will in der Kabinettssitzung ihr milliardenschweres Rentenpaket auf den Weg bringen. Die Pläne von Arbeitsministerin Bärbel Bas (SPD) sehen vor, das Rentenniveau bis 2031 zu sichern und die sogenannte Mütterrente für vor 1992 geborene Kinder ab dem Jahr 2027 auszuweiten. Die Kosten in zweistelliger Milliardenhöhe sollen aus Steuermitteln getragen werden, um die Beitragszahler nicht zusätzlich zu belasten.
DEUTSCHLAND/SCHWARZARBEIT
Die Bundesregierung will den Kampf gegen Schwarzarbeit und illegale Beschäftigung verstärken. Ein Gesetzentwurf von Finanzminister Lars Klingbeil (SPD) sieht vor, die Finanzkontrolle Schwarzarbeit (FKS) des Zolls grundlegend zu modernisieren und zu digitalisieren. Das Kabinett soll das Gesetz am Mittwoch auf den Weg bringen. Die FKS soll durch Datenanalyse gezielter gegen verdächtige Arbeitgeber vorgehen, etwa in Subunternehmerketten auf Großbaustellen. Zudem sollen neue Branchen als Risikobereiche aufgenommen werden, in denen illegale Beschäftigung vermutet wird. Dazu zählen Friseursalons, Barbershops sowie Kosmetik- und Nagelstudios.
DEUTSCHLAND/INDUSTRIE
Die deutsche Industrie dürfte im Juni mehr Aufträge eingesammelt haben. Ökonomen gehen von einem Zuwachs von 1,0 Prozent zum Vormonat aus. Damit würde das Pendel nach einem Auftragsschwund in die andere Richtung ausschlagen: Die Aufträge waren im Mai wegen der sinkenden Nachfrage aus dem Inland überraschend deutlich um 1,4 Prozent zurückgegangen.
ZALANDO
Europas größter Online-Modehändler hat im zweiten Quartal Umsatz und Gewinn gesteigert. Das Bruttowarenvolumen (GMV) stieg um 5,0 Prozent auf 4,1 Milliarden Euro und der Umsatz um 7,3 Prozent auf 2,8 Milliarden Euro, wie der Konzern mitteilte. Das bereinigte Ergebnis vor Zinsen und Steuern (EBIT) wuchs auf 186 (172) Millionen Euro, was einer stabilen Marge von 6,5 Prozent entsprach. Nach der Übernahme von AboutYou gab Zalando erstmals eine Prognose für 2025 ab: Es wird ein Umsatz zwischen 12,1 und 12,4 Milliarden Euro erwartet, das bereinigte EBIT soll 550 bis 600 Millionen Euro erreichen.
BEIERSDORF
Der Konsumgüterhersteller kappt seine Jahresprognose. Dies geschehe “vor dem Hintergrund der jüngst verzeichneten schwierigeren Marktbedingungen”, teilte der Konzern nach Börsenschluss mit. Erwartet werde nun im Gesamtjahr 2025 ein organisches Umsatzwachstum im Unternehmensbereich Consumer von drei bis vier (bislang: vier bis sechs) Prozent und im Konzern von etwa drei (bislang: vier bis sechs) Prozent. Das liege jeweils unter den aktuellen Erwartungen des Kapitalmarkts. Für den Unternehmensbereich tesa wurde die bisherige Prognose mit einem organischen Umsatzwachstum von einem bis drei Prozent bestätigt.
QIAGEN
Ein starkes Geschäft mit Diagnostiklösungen gibt dem Konzern einen Schub. Qiagen erhöhte nach einem besser als erwarteten zweiten Quartal seine Umsatzprognose für dieses Jahr und rechnet nun mit einem währungsbereinigten Wachstum von vier bis fünf Prozent, nach bislang rund vier Prozent. Die im Aprilangehobene Prognose für den bereinigten Gewinn je Aktie von rund 2,35 Dollar zu konstanten Wechselkursen wurde bestätigt. Dabei seien die erwarteten Belastungen durch Einfuhrzölle der USA und Chinas bereits berücksichtigt.
SIEMENS ENERGY
Der Energietechnikkonzern blickt nach Zuwächsen im Quartal noch optimistischer als bislang auf das Geschäftsjahr 2025. “Die im zweiten Quartal angehobene Prognose wird erfüllt – aktuell bewegen wir uns am oberen Ende des Zielkorridors”, erklärte das Unternehmen bei der Vorlage der Zahlen von April bis Ende Juni. Siemens Energy hat für 2025 ein vergleichbares Wachstum der Umsatzerlöse in einer Bandbreite von 13 bis 15 Prozent und eine Ergebnis-Marge vor Sondereffekten zwischen vier und sechs Prozent in Aussicht gestellt. Die hohe Nachfrage nach Anlagen und Produkten zur Stromerzeugung hat den Auftragsbestand mit 136 Milliarden Euro auf ein Rekordniveau anschwellen lassen. Nach Steuern fuhr der Konzern im Quartal einen Gewinn von 697 Millionen Euro ein nach einem Verlust von 102 Millionen Euro vor Jahresfrist.
FRESENIUS
Der Gesundheitskonzern hat seine Umsatzprognose für dieses Jahr angehoben. Das Unternehmen rechnet für 2025 nun mit einem organischen Umsatzwachstum von fünf bis sieben Prozent, wie der Konzern mitteilte. Bislang hatte die Spanne bei vier bis sechs Prozent gelegen. Die Prognose für das bereinigte operative Ergebnis (Ebit) wurde bei einem währungsbereinigten Wachstum von drei bis sieben Prozent bestätigt. Im zweiten Quartal sank das Ebit um ein Prozent auf 654 Millionen Euro. Analysten hatten im Schnitt 638 Millionen erwartet. Der Umsatz stieg um drei Prozent auf 5,57 Milliarden Euro.
BAYER
Der Pharma- und Agrarkonzern legt seine vollständigen Zahlen für das zweite Quartal vor. Investoren richten ihren Fokus auf Aussagen von Konzernchef Bill Anderson zu seinen Plänen für den Konzernumbau und zum Umgang mit den Rechtsstreitigkeiten rund um das Unkrautvernichtungsmittel Glyphosat in den USA. In der vergangenen Woche hatte Bayer Eckdaten veröffentlicht und seine währungsbereinigte Umsatz- und Ergebnisprognose für 2025 leicht angehoben. Die Rückstellungen für laufende Rechtsstreitigkeiten erhöhte der Konzern.
OPENAI
Der ChatGPT-Hersteller OpenAI befindet sich einem Insider zufolge in frühen Gesprächen über einen potenziellen zweiten Aktienverkauf und strebt damit eine Bewertung von 500 Milliarden Dollar an. Wie eine mit der Angelegenheit vertraute Person gegenüber der Nachrichtenagentur Reuters erklärte, soll dies aktuellen und ehemaligen Mitarbeitern ermöglichen, Aktien zu verkaufen. Das von Microsoft unterstützte Unternehmen will durch den Verkauf Milliarden einnehmen, wobei bestehende Investoren, darunter Thrive Capital, Interesse am Kauf einiger der Mitarbeiteraktien bekundet haben. Thrive Capital lehnte eine Stellungnahme auf Anfrage von Reuters ab.
AMD
Eine starke Nachfrage hat dem Chiphersteller ein überraschend deutliches Wachstum beschert. Der Absatz margenstarker Spezialprozessoren für Künstliche Intelligenz (KI) ging dagegen zurück. Der Chiphersteller begründete dies vor allem mit den US-Beschränkungen für Hochtechnologie-Exporte nach China. Die damit verbundenen Kosten hätten den Gewinn im zweiten Quartal um 800 Millionen Dollar geschmälert.
Donnerstag6
USA/ZÖLLE
In den USA sind die von Präsident Donald Trump angeordneten höheren Zölle auf Importe aus Dutzenden Ländern in Kraft getreten. Die US-Zoll- und Grenzschutzbehörde begann um 00.01 Uhr Ostküstenzeit (06.01 Uhr MESZ) mit der Erhebung der höheren Zölle, die zwischen zehn und 50 Prozent betragen. Für Waren aus der Europäischen Union gilt ein Basiszollsatz von 15 Prozent.
RUSSLAND
Die USA haben sich angesichts der jüngsten Gespräche über ein Ende der seit über drei Jahren andauernden Kämpfe in der Ukraine zuversichtlich gezeigt. Man habe große Fortschritte erzielt, sagte Präsident Donald Trump nach einem Treffen seines Gesandten mit dem russischen Staatschef Wladimir Putin in Moskau. Trumps Sprecherin Karoline Leavitt sagte kurz zuvor: “Russland hat den Wunsch nach einem Treffen mit Präsident Trump geäußert, und der Präsident ist offen für ein Treffen sowohl mit Präsident Putin als auch mit Präsident Wolodymyr Selenskyj.”
ISRAEL/GAZA
Das israelische Kabinett berät über die künftige Strategie im Gazastreifen. Dem Gremium soll Regierungskreisen zufolge eine Strategie zur Entscheidung vorgelegt werden, nachdem der Generalstab Optionen für die Fortsetzung der Militärkampagne vorgestellt hatte. Zur Debatte stehe unter anderem eine vollständige militärische Übernahme des Küstengebiets. Die Beratungen finden vor dem Hintergrund einer drohenden humanitären Katastrophe in dem Palästinensergebiet sowie festgefahrener Verhandlungen über eine Feuerpause statt.
DEUTSCHLAND/EXPORTE/INDUSTRIE
Das Ende des zweiten Quartals verspricht für die gebeutelten deutschen Exporteure einen Hoffnungsschimmer. Von Reuters befragte Ökonomen erwarten für Juni ein Exportplus von 0,5 Prozent gegenüber dem Vormonat. Im Mai und April war es mit den deutschen Ausfuhren um 1,4 und 1,6 Prozent nach unten gegangen. Aus Sicht der Wirtschaft drückte die US-Handelspolitik das Geschäft. Ob sich diese auch negativ auf die Fertigung auswirkt, werden die anstehenden Daten zur Produktion zeigen. Experten rechnen für Juni mit einem Minus von 0,5 Prozent. Die deutschen Unternehmen hatten ihre Produktion im Mai dank kräftiger Zuwächse in der Auto- und Pharmaindustrie noch überraschend hochgefahren.
APPLE
Das Unternehmen hat wie erwartet weitere Investitionen in den USA angekündigt und will um weitere 100 Milliarden Dollar aufstocken. Dies verkündete US-Präsident Donald Trump. Damit belaufen sich die zugesagten Ausgaben des iPhone-Herstellers in den kommenden vier Jahren auf insgesamt 600 Milliarden Dollar. Ein Teil des Geldes soll in eine Partnerschaft mit dem südkoreanischen Konkurrenten Samsung fließen. In dessen Chip-Fabrik in Texas solle eine “innovative neue Technologie zur Chipherstellung” zum Einsatz kommen, die weltweit noch nie zuvor eingesetzt worden sei, teilte Apple mit.
AIRBNB
hat dank einer starken Inlandsnachfrage in den USA eine Umsatzprognose über den Erwartungen der Analysten abgegeben. Für das dritte Quartal gehe man von einem Umsatz zwischen 4,02 und 4,10 Milliarden Dollar aus, teilte der Ferienwohnungsvermittler mit.
DEUTSCHE TELEKOM
Gestützt auf ein überraschend starkes Quartalsergebnis hat die Telekom ihre Jahresziele zum zweiten Mal binnen weniger Monate leicht angehoben. “Wir sehen auch im zweiten Quartal ein starkes Wachstum auf beiden Seiten des Atlantiks”, sagte Tim Höttges, der Chef des Bonner Konzerns. Der Umsatz kletterte um vier Prozent auf 28,7 Milliarden Euro, der bereinigte operative Gewinn um fünf Prozent auf elf Milliarden Euro. Der Free Cash Flow schrumpfte zwar um knapp sieben Prozent, lag mit 4,88 Milliarden Euro aber ebenfalls über den Markterwartungen. Die Telekom rechnet nun mit einem Betriebsergebnis von mehr als 45 statt rund 45 Milliarden Euro. Der Cash Flow werde voraussichtlich bei mehr als 20 statt rund 20 Milliarden Euro liegen. Die aktualisierte Prognose spiegele vor allem den Geschäftsverlauf der US-Mobilfunktochter T-Mobile wider.
SIEMENS
Ein schwaches Softwaregeschäft hat den Münchner Technologiekonzern im dritten Quartal 2024/25 belastet. Das Ergebnis aus dem industriellen Geschäft ging um sieben Prozent auf 2,82 Milliarden Euro zurück, wie Siemens mitteilte. Analysten hatten den Rückgang allerdings erwartet. In der Automatisierungs-Sparte Digital Industries brach der Gewinn stärker als erwartet ein. Dabei kletterte der Konzernumsatz auf vergleichbarer Basis um fünf Prozent auf 19,4 Milliarden Euro, weil das Zug-Geschäft brummte. Großaufträge für Züge und Bahntechnik ließen auch den Auftragseingang um 28 Prozent auf 24,7 Milliarden Euro nach oben schnellen. Unter dem Strich blieb von April bis Juni ein Nettogewinn von 2,24 Milliarden Euro, der um fünf Prozent höher ausfiel als ein Jahr zuvor.
RHEINMETALL
Der Rüstungsboom dürfte den Düsseldorfer Konzern auf Rekordkurs halten. Rheinmetall erlebe “ein Wachstum, wie wir es im Konzern noch nie hatten und kommen unserem Ziel, ein globaler Defence-Champion zu werden, näher”, hatte Konzernchef Armin Papperger jüngst verkündet. Analysten rechnen für das zweite Quartal im Mittel mit einem Umsatz von 2,5 Milliarden Euro, den Gewinn nach Minderheiten sehen sie bei 145,5 Millionen Euro. Marktteilnehmer werden darauf achten, ob Rheinmetall seine Jahresprognose anhebt.
Freitag7
Libanon
Das libanesische Kabinett hat sich trotz Protesten der Hisbollah-Minister mit einem US-Plan zur Entwaffnung der vom Iran unterstützten Miliz befasst. Informationsminister Paul Morcos sagte, man habe sich zwar nicht mit den Einzelheiten des Vorschlags befasst, stimme jedoch dem Ziel zu. Der US-Plan sieht eine vollständige Entwaffnung der Hisbollah bis zum 31. Dezember 2025 vor, wie Reuters aus der Tagesordnung der Sitzung erfuhr. Im Gegenzug soll Israel seine Militäroperationen im Libanon einstellen und seine Truppen aus fünf Stellungen im Süden des Landes abziehen. Eine Stellungnahme der Hisbollah lag zunächst nicht vor. Allerdings erfuhr Reuters von drei Insidern, dass die Hisbollah-Minister und ihre schiitischen Verbündeten aus Protest die Kabinettssitzung verlassen hätten.
Nahost
Israel strebt trotz scharfer Warnungen der Vereinten Nationen die militärische Kontrolle über den gesamten Gazastreifen an. “Wir haben die Absicht dazu”, sagte Ministerpräsident Benjamin Netanjahu dem US-Sender Fox News und bestätigte damit erstmals seit Tagen kursierende Spekulationen. Später solle das Küstengebiet an “arabische Kräfte” übergeben werden, die das Gebiet dann “ordnungsgemäß regieren” sollen. Aus jordanischen Regierungskreisen hieß es, die arabischen Staaten würden nur Lösungen unterstützen, die von den Palästinensern selbst getragen würden. Das israelische Sicherheitskabinett hat die Besetzung von Gazastadt laut Axios in der Nacht zum Freitag genehmigt.
USA / Fed
US-Präsident Donald Trump hat seinen Wirtschaftsberater Stephen Miran übergangsweise für den freigewordenen Sitz im Direktorium der Notenbank nominiert. Miran solle das Amt bis zum 31. Januar 2026 ausüben, teilte Trump mit. Man werde weiter nach einem dauerhaften Nachfolger suchen. Der Sitz wurde durch den überraschenden Rücktritt von Adriana Kugler frei, der am Freitag wirksam wird. Miran absolviert damit ihre restliche reguläre Amtszeit.
USA / Russland
Am Freitag läuft ein von US-Präsident Donald Trump gesetztes Ultimatum an Russland aus, einer Waffenruhe im Krieg mit der Ukraine zuzustimmen. Ob er wie angedroht neue Wirtschaftssanktionen verhängt, ist jedoch unklar, da hinter den Kulissen die Vorbereitungen für ein Treffen Trumps mit dem russischen Präsidenten Wladimir Putin laufen. Nach Angaben von Kreml-Berater Juri Uschakow soll das Treffen nächste Woche stattfinden. Auch über den Ort sei man sich einig, dieser wurde jedoch nicht genannt. Trumps Sondergesandter Steve Witkoff war am Mittwoch nach Moskau gereist. Einen Vorschlag Witkoffs für einen Dreier-Gipfel auch mit dem ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj ließ die russische Seite unkommentiert.
Aareal Bank
Die Bank will dieses Jahr Ausfallrisiken aus ihrem Immobilienkreditbuch in Milliardenhöhe verkaufen. “Wir werden noch in diesem Jahr eine Transaktion von über einer Milliarde Euro machen”, sagte Vorstandschef Christian Ricken dem “Handelsblatt”. “Das ist auch wichtig, um unsere Eigenkapitalrendite zu verbessern.” Zu einer möglichen Übernahme seiner Bank durch die Helaba sagte Ricken: “Darüber könnte ich nur spekulieren”.
Curevac
Das Tübinger Biotechunternehmen und sein Partner GSK haben ihren Patentstreit mit Pfizer und BioNTech um die mRNA-Technologie bei Covid-19-Impfstoffen beigelegt. Dies teilte CureVac mit. Die Einigung sieht eine Zahlung von insgesamt 740 Mio. USD an CureVac und GSK vor. Zudem erhalten die beiden Unternehmen künftig Lizenzgebühren im einstelligen Prozentbereich auf den Verkauf von Covid-19-Impfstoffen in den USA. Im Gegenzug erteilt CureVac den Konkurrenten eine nicht-exklusive Lizenz für die Herstellung, Nutzung, den Import und Verkauf von mRNA-basierten Covid-19- und Grippeprodukten in den USA.
Hensold
Die Bundesregierung erwägt einem Bericht zufolge, ihren Anteil an dem Rüstungskonzern zu erhöhen. Erwogen werde eine Aufstockung auf etwa 29 Prozent von derzeit 25,1 Prozent, berichtete das Magazin “Politico” unter Berufung auf Industriekreise. Die Überlegungen befänden sich noch in einem frühen Stadium. Als eine Möglichkeit stehe im Raum, dass der Bund weitere Aktien vom italienischen Rüstungskonzern Leonardo übernehmen könnte. Nach Informationen aus Unternehmenskreisen prüfe Leonardo einen Teilverkauf. Hensoldt und Leonardo wollten sich dem Bericht zufolge nicht dazu äußern.
Knorr Bremse
Der Münchner Industriezulieferer will laut “Münchner Merkur” Hunderte Stellen streichen. In einer internen Präsentation auf der Betriebsversammlung sei von mindestens 700 Stellen die Rede. Der Hersteller von Zug- und Lkw-Bremsen wolle im Rahmen seines Sparprogrammes rund 13 Prozent der deutschen Belegschaft abbauen. Mitarbeiter würden bereits darauf angesprochen, in Altersteilzeit zu gehen oder Aufhebungsverträge zu unterschreiben. Betriebsbedingte Kündigungen seien nicht ausgeschlossen. Das Unternehmen bestätigte Pläne zum Stellenabbau, nannte aber keine Gesamtzahl.
ThyssenKrupp
Der Industriekonzern hat seine Aktionäre zu einer außerordentlichen virtuellen Hauptversammlung eingeladen. Sie sollen den Weg für einen Börsengang der Marine-Tochter TKMS freimachen. Dazu will der Konzern an seine Aktionäre einen Minderheitsanteil an einer neuen Holdinggesellschaft von TKMS abspalten. Diese soll an der Börse notiert werden. Die Aktionäre des Konzerns halten zunächst 49 Prozent daran und die Thyssenkrupp AG 51 Prozent. Eine Mehrheit für die Pläne gilt als sicher.
Kapitalmärkte
| Märkte | Aktueller Indexstand | Veränderung Vorwoche |
| DAX | 24.192,50 | 3,27 % |
| EuroStoxx50 | 5.331,68 | 2,99 % |
| S&P500 | 6.353,44 | 1,86 % |
| NASDAQ100 | 23.389,53 | 2,75 % |
| MSCI Emerging Markets | 1.260,22 | 2,36 % |
| MSCI World | 4.106,97 | 2,16 % |
Rohstoffe
| Rohstoff | Bewertung | Veränderung Vorwoche |
| Gold | 3.396 $/oz. | 1,01 % |
| Brent (Öl) | 66,57 $/bbl. | – 5,34 % |
Zinsen
| Geldmarkt | Zins p. a. |
| EZB Einlagensatz | 2,00 % |
| 3-M-Euribor | 1,99 % |
| FED-Leitzins | 4,50 % |
| Tagesgeldsatz Japan | 0,48 % |
| Tagesgeldsatz UK | 4,22 % |
| Rentenmarkt | Rendite p. a. |
| 5J Bund | 2,18 % |
| 10J Bund | 2,60 % |
| 10J US-Treasury | 4,22 % |
| 10J JGB (Japan) | 1,50 % |
| 10J Gilts (UK) | 4,52 % |
Währung
Für einen Euro erhalten Sie aktuell 1,1627 USD.
Friedens- und Zinshoffnungen beflügeln den DAX – Zoll-Sorgen belasten die Wall-Street – Asien startet uneinheitlich ins Wochenende
Mit einem deutlichen Plus hat der deutsche Aktienmarkt am Donnerstag geschlossen. Die Hoffnung auf ein Ende des Ukraine-Kriegs stützte die Risikobereitschaft, hieß es. Der Kreml hat einem Gipfel-Treffen zwischen US-Präsident Donald Trump und Wladimir Putin zugestimmt. Daneben stützten Hoffnungen auf baldige Zinssenkungen durch die US-Notenbank. Der DAXgewann 1,1 Prozent auf 24.193 Punkte.
Besonders Stahlwerte und Bauaktien legten zu. Sie profitierten von der Hoffnung auf ein Ende des Ukraine-Kriegs und der damit verbundenen Spekulation um einen Wiederaufbau zerstörter Infrastruktur. Daneben stand die auf Hochtouren laufende Berichtssaison im Blick. Allianz stiegen z. B. um 4,1 Prozent. Die besser als erwartet ausgefallene Schaden-Kosten-Quote wurde von Marktteilnehmern hervorgehoben. Das habe zu einem Gewinnanstieg des Bereichs um knapp 20 Prozent geführt.
Die Sorgen um mögliche negative Auswirkungen der US-Zollpolitik haben am Donnerstag mehrheitlich für moderate Abgaben an der Wall Street gesorgt. Am Berichtstag waren teils hohe Zölle gegen eine Vielzahl von Handelspartnern in Kraft getreten. Mit einigen Ländern laufen aber noch Verhandlungen über eine mögliche Zoll-Einigung. Für Indien hat US-Präsident Donald Trump den Zoll auf 50 Prozent erhöht, wegen der Geschäfte mit Russland. Die Hoffnung auf baldige Zinssenkungen durch die US-Notenbank hatte dagegen nur im frühen Handel etwas gestützt. Der Dow-Jones-Index verlor 0,5 Prozent auf 43.969 Punkte. Für den breiteren S&P-500 ging es 0,1 Prozent nach unten. Die technologielastigeren Nasdaq-Indizes stiegen dagegen um 0,3 Prozent. Der Technologie-Sektor hielt sich etwas besser als der Gesamtmarkt. US-Präsident Trump will die Einfuhr von Halbleitern in die USA mit Zöllen in Höhe von rund 100 Prozent belegen, erklärte aber, dass Technologie-Konzerne wie Apple, die in die US-Fertigung investieren, von den Abgaben befreit würden. Die Apple-Aktie legte um 3,2 Prozent zu. Im Fahrwasser gewannen Nvidia 0,8 Prozent.
In den vergangenen Tagen hatten verschiedene Vertreter der Federal Reserve Bereitschaft zu Zinssenkungen erkennen lassen, nachdem jüngste Konjunkturdaten auf eine Abkühlung der US-Wirtschaft hingedeutet hatten. Daneben gibt es Hoffnungen auf ein Ende des Ukraine-Kriegs.
An Konjunkturdaten wurden die Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe aus der Vorwoche veröffentlicht. Sie stiegen stärker als erwartet, was in das Bild der schwachen monatlichen Arbeitsmarktdaten vom vergangenen Freitag passte. Die Lage auf dem heimischen Arbeitsmarkt ist eines der Kriterien, an denen die Fed ihre Geldpolitik ausrichtet. Die Produktivität außerhalb der Landwirtschaftstieg im 2. Quartal deutlicher als angenommen, auch die Lohnstückkosten erhöhten sich etwas stärker als von Volkswirten prognostiziert.
Die Ölpreise gaben zwischenzeitliche Gewinne wieder ab und zeigten sich mit Abgaben. Die Notierungen für Brent und WTI verloren jeweils 0,9 Prozent. Die Auswirkungen der US-Zölle, der Russland-Sanktionen und der Produktionssteigerungen durch die Opec+ sind ungewiss, sagte Eric Lee von Citi Research in einem Kommentar. Gold war derweil aufgrund der Zollthematik und der damit verbundenen Unsicherheit als “sicherer Hafen” gesucht. Die Feinunze legte um 0,9 Prozent auf 3.399 Dollar zu.
Uneinheitlich zeigen sich am Freitag die Aktienmärkte in Ostasien und Australien. Klarer Tagesgewinner ist Tokio. Der Nikkei-225 macht einen Satz um 2,3 Prozent auf 41.986 Punkte. Er liegt damit nur knapp 300 Punkte unter seinem Allzeithoch. Treiber ist laut Marktteilnehmern, dass man jetzt mehr Klarheit über die tatsächliche Zollbelastung japanischer Exporte in die USA habe. In Seoul geht es dagegen um 0,65 Prozent nach unten, in Sydney nahe am Rekordhoch um 0,1 Prozent. Auch in Hongkong geben die Kurse überwiegend nach, der HSI büßt 0,7 Prozent ein. Shanghai tendiert gut behauptet.
Die chinesischen Börsen konnten etwas gebremst werden vom nahenden Ende der Zollpause am 12. August. US-Präsident Trump brachte die Möglichkeit ins Spiel, die Zölle auf China zu erhöhen, nachdem er die Zölle auf indische Waren wegen des Kaufs russischer Energie verdoppelt hatte.
Ihre persönliche Depotentwicklung können Sie über nachfolgenden Depotlogin einsehen:
1https://stock3.com/ – Daten abgerufen am 04.08.2025 – 10:00 Uhr
2LBBW Markets – das Researchportal der Landesbank Baden-Württemberg Daten abgerufen am 04.08.2025 – 10:00 Uhr
3Aktienmarktbericht, Hauck Aufhäuser Lampe und Perspektive am Morgen der dt. Bank, jeweils vom 04.08.2025
4Aktienmarktbericht, Hauck Aufhäuser Lampe und Perspektive am Morgen der dt. Bank, jeweils vom 05.08.2025
5Aktienmarktbericht, Hauck Aufhäuser Lampe und Perspektive am Morgen der dt. Bank, jeweils vom 06.08.2025
6Aktienmarktbericht, Hauck Aufhäuser Lampe und Perspektive am Morgen der dt. Bank, jeweils vom 07.08.2025
7Aktienmarktbericht, Hauck Aufhäuser Lampe und Perspektive am Morgen der dt. Bank, jeweils vom 08.08.2025