Marktreporting KW 51

Sehr geehrte Anlegerinnen und Anleger,

kein börsentechnisches Zeitfenster wird so stark und medial mit statistischen Daten betrachtet wie die Weihnachtszeit. Börse und Weihnachten, das ist Saisonalität zwischen Kerzenlich und Kurslisten.

Der Santa‑Claus‑Effekt bezeichnet ein eng definiertes Zeitfenster: die letzten fünf Handelstage im Dezember und die ersten zwei im Januar. In genau diesen sieben Sitzungen zeigten breite US‑Indizes historisch häufig kleine, aber robuste Zugewinne – der S&P 500 lag seit 1950 im Mittel bei etwa +1,3 % und war in rund  79 % der Jahre positiv.

Wichtig: Das ist die eng gefasste Santa‑Phase, nicht der gesamte Dezember. 

Jenseits dieses Fensters gilt der Dezember über lange Reihen als freundlicher Börsenmonat. Für die USA lag die positive Abschlussquote des Dezembers über die letzten Jahrzehnte bei rund 74 %, mit einer durchschnittlichen Monatsrendite um 1,44 %; in Europa ist der Effekt ähnlich ausgeprägt: Der EURO STOXX 50 verbuchte im Dezember durchschnittlich ca. +1,87 % und schloss in rund 71 % der Jahre im Plus. Der DAX zeigte im Mittel etwa +2,18 %, bei 73 % positiven Dezembern – die Dynamik nimmt häufig ab der Monatsmitte zu.

Aktueller Dezember 2025: Zwischenbilanz per 19.12.

  • USA (S&P 500): Per 19. Dezember notiert der Index unter dem November‑Schluss. Mit ca. -0,19 % bisher eine moderate, bzw. leicht negative Entwicklung. Der Technologieindex Nasdaq100 zeigt mit -1,28 % eine schwächere Tendenz.

  • Europa (EuroStoxx 50): Mit +1,47 % zeit der Index das idealtypische Bild des Börsenmonats Dezember.

  • Emerging Marktes (MSCI Emergin Markets -> höchste Gewichtungen in: China, Taiwan, Indien, Kores, Brasilien): Mit -0,62 % auch hier eine aktuell eher negative Entwicklung – allerdings moderat.


Zählt der laufende Dezember bereits zum Santa‑Effekt?

Noch nicht. Der Santa‑Effekt wird ausschließlich über das 7‑Tage‑Fenster gemessen – die letzten fünf Handelstage im Dezember plus die ersten zwei Handelstage im Januar. Dieses Zeitfenster beginnt erst kurz vor Weihnachten und umfasst die Tage „zwischen den Jahren“ sowie die ersten Börsentage im neuen Jahr. Erst diese Periode entscheidet, ob der konkrete Jahreswechsel Santa‑typisch verläuft. 

Was man aktuell sagen kann: Der breite Dezember 2025 zeigt regional unterschiedliche Muster – Europa leicht positiv, USA verhalten. Ob daraus eine Santa‑Claus‑Rallye im engeren Sinn entsteht, hängt von der Entwicklung in den letzten Handelstagen des Monats und dem Jahresauftakt ab. Historisch treten die kleinen Festtagsgewinne oft genau dann auf – aber nicht in jedem Jahr. 

Einordnung: Saisonale Effekte sind statistische Tendenzen. Sie beschreiben häufige Muster, keine Gewissheiten. Entsprechend bleibt der laufende Dezember ein Beobachtungsfall – mit bislang leichtem Rückenwind in Europa und gedämpfter Tonlage in den USA, bevor die entscheidenden sieben Handelstage beginnen.

Bleiben wir also über die Feiertage freudig gespannt und sehen was die Börse bringt. Grundsätzlich sind, in dieser Phase des Jahres, die Menschen positiv gestimmt und das sieht man auch an der Börse. Schließlich werden die Geldbeträge dieser Welt am Schluss von Menschen bewegt und die ganzen Börsianer feiern ja auch Weihnachten.

Wir wünschen Ihnen und Ihren Lieben eine schöne Weihnachtszeit und ein frohes neues Jahr! Wir melden uns dann nächtes Jahr wieder und berichten ob der Santa-Claus Effekt eingetreten ist.

Wir wünschen einen schönen Sonntag.

PS: Der nächste Newsletter erscheint am 02.01.2026.

Marktüberblick
 

Diese Woche zeigte sich an den Aktienmärkten ein uneinheitliches Bild: In den USA pendelte der S&P 500 zwischen Gewinnmitnahmen und kurzen Erholungen, getrieben von einer fortgesetzten Rotation weg von hoch bewerteten KI‑Titeln und hin zu wertorientierten Sektoren; zugleich stützten abkühlende US‑Inflationsdaten die Hoffnung auf weitere geldpolitische Lockerung in 2026.

m Detail tat sich der S&P 500 zu Wochenbeginn schwer: Am Montag schloss er leicht im Minus, während KI‑Schwergewichte wie Broadcom und Oracle erneut unter Druck standen und den breiteren Markt bremsten; der Dow erwies sich als robuster, weil er weniger stark von Tech/AI getrieben ist. Diese Markttöne setzten eine Bewegung fort, die bereits Ende der Vorwoche begonnen hatte, als Investoren Gewinne in wachstumsstarken Tech‑Werten mitnahmen und in defensivere Segmente rotierten. Gleichzeitig blieb die Grundstimmung in den USA von der jüngsten Fed‑Entscheidung geprägt: Nach dem dritten 25‑bp‑Schritt seit September liegt die Fed‑Funds‑Spanne nun bei 3,50–3,75 %, wobei die Dot‑Plot‑Signale auf ein gedrosseltes Tempo weiterer Senkungen verweisen und die Fed zusätzlich T‑Bills in Höhe von rund 40 Mrd. USD kauft, um die Liquidität zu stützen. Dass die US‑Inflation im November weiter nachließ, festigte die Erwartung, dass die Lockerung im kommenden Jahr nicht abrupt endet – gleichwohl blieb der Ton „datenabhängig“.

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